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Eiskalter Kraftakt auf dem Hasenberg: Perler Winzer liest nach vier Jahren wieder Eiswein

 Montagmorgen – es ist kurz nach fünf Uhr und eisig kalt. Frostig funkeln die Sterne vom wolkenlosen Nachthimmel auf den Perler Hasenberg. Und mittendrin Matthias Herber (35). Der Jungwinzer , Sohn von Winzerpräsident Helmut Herber, prüft vor Ort die Temperatur. Minus sieben Grad Celsius: Das reicht „Feuer frei“ für die nicht mehr erhoffte Eisweinlese. Aufgrund der viel zu milden Wintertemperasturen haben die meisten Winzerkollegen schon vor Wochen aufgegeben. Der ein oder andere versuchte mit einer handgepflückten Beerenauslese zu retten was zu retten war.

Eilig informiert Matthias Herber seine Schwester Ruth und ein halbes Dutzend Erntehelfer. Eine halbe Stunde später sind Jutta Heinzkill, Klaus Bidinger, Anni und Stephan Klang zur Stelle und rücken dick vermummt in den Perler Hasenberg aus.

Nachdem die Erntescheren verteilt sind, geht es auch schon los: Matthias Herber fährt den Traktor zwischen die Rebstockreihen und sorgt mit den Lampen des Trekkers für das notwendig Flutlicht. Anni Klang hat sich zudem noch eine Stirnleuchte über den Kopf gestreift, um die tiefgefrorenen Traubenklötze – eigentlich sind es ja schon Rosinen – besser sehen zu können.

Im Scheinwerferlicht des Schleppers werden die Schutzplanen aus Kunststoff weggezogen, die Eistrauben geerntet. Stock für Stock geht es in drei Reihen talwärts. Und immer wieder muss Matthias Herber mit dem Traktor nachrücken, um für das notwendige Licht zu sorgen. Und Sekunden später ist er jedes Mal wieder bei seiner Schwester Ruth, um selbst wieder bei der frostigen Traubenlese Hand anzulegen.

Es dämmert bereits, als die Erntehelfer den Fuß des Hasenbergs, seit Jahren eine der besten Lagen im Dreiländereck, erreichen. Eine Vielzahl roter Bottiche sind gut gefüllt. Die Erntehelfer rücken ein, um sich bei Herbers aufzuwärmen und bei einem gemeinsamen Frühstück zu stärken. Einer fehlt – Matthias Herber steht zu diesem Zeitpunkt bereits wieder im Keller, um die eisigen Trauben zu keltern. Viel Erfahrung und noch mehr Fingerspitzengefühl gehören dazu.
 

160 Öchsle hat der Eiswein

Am späten Vormittag ist das „Schlimmste“ geschafft: Der Refraktometer misst stolze 160 Öchsle. Gerade einmal 100 Liter sind zusammen gekommen - also ein eiskalter Kraftakt. Aber Matthias Herber ist zufrieden. Nach 2012 endlich wieder einmal eine Eisweinlese an der Obermosel. Und fast alle übrigen Winzer hatten angesichts der viel zu milden Witterung schon vor Wochen aufgesteckt. Winzerpräsident Helmut Herber, der Vater von Matthias , freute sich aus der Ferne. Er erholt sich derzeit nach einem harten und stressigen, aber überaus erfolgreichen Weinjahr unter südlicher Sonne bei über 30 Grad von den Strapazen der zurückliegenden Weinlese auf Barbados.
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