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Elatec Losheim: Bauernopfer der Saargummi-Sanierung?

Die Gemeinde Losheim macht gegen die drohende Schließung des Elatec-Werkes in der Saarbrücker Straße in Losheim mobil.

Die Gemeinde Losheim macht gegen die drohende Schließung des Elatec-Werkes in der Saarbrücker Straße in Losheim mobil.

Losheim. Die Gemeinde Losheim macht gegen die drohende Schließung des Elatec-Werkes in der Saarbrücker Straße in Losheim mobil. Am Donnerstagabend verabschiedete der Gemeinderat einstimmig eine Resolution, in dem der Erhalt von Elatec mit seinen 330 Beschäftigten gefordert wird. Das Elatec-Werk, in dem Gummi- Dichtungen hergestellt werden, gehört zum insolventen Büschfelder Autozulieferer Saargummi, der vor kurzem nach langwierigen Verhandlungen von dem chinesischen Mischkonzern CQLT übernommen worden war.



Von 30 Beschäftigten werden nur rund 150 übernommen

Das Sanierungskonzept der Chinesen für Saargummi sieht eine Verlagerung der Produktion in Losheim ins Büschfelder Werk vor. Dabei sollen von den derzeit 330 Beschäftigten am Losheimer Standort nur rund 150 übernommen werden. Dies hatte CQLT-Chef Wenqing Zhang kurz nach der Übernahme im Interview mit der SZ durchblicken lassen: „Es macht wirtschaftlich wenig Sinn, die beiden Standorte Büschfeld und Losheim parallel zu betreiben.“ Die Verlagerung der Elatec- Produktion nach Büschfeld solle nach den Worten von Zhang „kurzfristig“ vonstatten gehen. Das Losheimer Werk werde so zum „Bauernopfer“ bei der Rettung von Saargummi, erklärten am Donnerstag im Gemeinderat sowohl Bürgermeister Lothar Christ als auch Vertreter der Ratsfraktionen.

Zwar begrüße die Gemeinde grundsätzlich die Einigung zwischen den Saargummi-Insolvenzverwaltern, den Arbeitnehmervertretern, den Gläubigern und den chinesischen Investoren: „Der Erhalt der Arbeitsplätze von Saargummi in Büschfeld ist von zentraler Bedeutung für die gesamte Hochwaldregion“, heißt es im Resolutionstext. Dies darf aber aus Sicht der Gemeinde nicht um den Preis der Elatec-Schließung vonstatten gehen: „Mit großer Enttäuschung hat die Gemeinde die Pläne des Investors CQLT zur Kenntnis genommen, das Elatec-Werk mit 330 Mitarbeitern zu schließen.“

Enormer wirtschaftlicher Verlust für die Gemeinde

Elatec sei der drittgrößte Arbeitgeber in der Gemeinde. Es sei nicht absehbar, ob tatsächlich die angesprochenen rund 150 Mitarbeiter in Büschfeld einen neuen Job bekommen würden. Zudem verblieben immer noch 180 Beschäftigte, die sich eine neue Arbeitsstelle suchen müssten. Landespolitik in der Pflicht „Neben einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen bedeutet die Werksschließung auch einen enormen wirtschaftlichen Verlust für die Gemeinde.“ Die Resolution übt auch Kritik an der Landespolitik: Weder bei der Landesregierung noch bei den Landespolitikern seien die Mitarbeiter von Elatec und die Erhaltung des Losheimer Werkes thematisiert worden. „Es wurde einfach hingenommen, dass Elatec zur Verhandlungsmasse gehört. Für dieses Werk und seine Mitarbeiter wurden keine besonderen Anstrengungen unternommen.“ Allein der Saargummi- Betriebsrat in Büschfeld habe im Zuge der Verhandlungen mit den Investoren die Belange der Elatec-Mitarbeiter „zumindest zur Sprache gebracht“.

Die Resolution appelliert zum einen an FDP-Wirtschaftsminister Hartmann, „sich mit dem gleichen Engagement für die Rettung der Arbeitsplätze bei Elatec einzusetzen, wie dies für den Erhalt der Arbeitsplätze bei Saargummi geschehen ist“. An den neuen Eigentümer CQLT ergeht der Appell, zunächst einmal die Effizienz der Produktionsprozesse im Losheimer Werk zu prüfen und dann „eine sozial ausgewogene, auf betriebswirtschaftlichen Kriterien basierende Entscheidung“ zu treffen. Stefan Buchmann (Bürger Direkt) sagte im Rat, die Gemeinde sollte jetzt dringend das Gespräch mit dem neuen Saargummi-Chef Detlev Bartels-Kromrey sowie den Arbeitnehmervertretern suchen, um die Möglichkeiten eines Erhaltes von Elatec zu sondieren.

HINTERGRUND

Der staatseigene chinesische Mischkonzern Chongqing Light Industry & Textile Holding (CQLT), der jetzt Saargummi Deutschland mit Hauptsitz in Büschfeld übernommen hat, ist unter anderem in den Sparten Autoteile, Beleuchtung, Textilien, Getränke sowie Bau- und Verpackungsmaterialien tätig.

Der chinesische Konzern machte im Jahr 2010 mit seinen insgesamt 21 000 Mitarbeitern 1,6 Milliarden Euro Umsatz.

Dem Vernehmen nach zahlt CQLT für Saargummi 67 Millionen Euro. Im Büschfelder Saargummi- Werk waren zuletzt, inklusive Leiharbeitskräften, etwa 1250 Menschen beschäftigt, am Elatec- Standort in Losheim nach Angaben der Gemeinde Losheim rund 330. red/mzt

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