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Elektroschock hilft in höchster Not: Defibrillator auf Anlage des TC Viktoria wird zum Lebensretter

Ulrich Hussung mit Dr. Florian Custodis in seinem Krankenzimmer im Saarbrücker Winterberg-Klinikum. Foto: Angela Schuberth-Ziehmer

Ulrich Hussung mit Dr. Florian Custodis in seinem Krankenzimmer im Saarbrücker Winterberg-Klinikum. Foto: Angela Schuberth-Ziehmer

Manchmal entscheiden Minuten über Leben und Tod. Wie zum Beispiel bei dem St. Ingberter Ulrich Hussung, der Anfang Juni nach einem Match beim Tennisclub Viktoria bewusstlos zusammenbrach. Danach hatte der 68-Jährige Glück im Unglück. Der Sulzbacher Arzt Dr. Wolfgang Hornberger, selbst passionierter Tennisspieler, war gerade vor Ort. Und wie es der Zufall wollte, konnte der Arzt auf dem Tennisplatz einen Defibrillator nutzen, der er dem Verein vor gut zwei Jahren selbst gestiftet hatte. Hornbergers schnelles Handeln sorgte dafür, dass das Herz des pensionierten Lehrers dank der Elektroschocks wieder anfing zu schlagen. Dennoch erwachte Hussung erst auf der Intensivstation im Klinikum Saarbrücken , auf der er insgesamt drei Wochen bleiben musste.

 

Ulrich Hussung, seit 28 Jahren im Vorstand und seit 14 Jahren Vorsitzender beim St. Ingberter TC Viktoria, war nach einer Bypassoperation in den vergangenen Jahren sportlich kürzer getreten und hatte an diesem Juni-Nachmittag erstmals in dieser Saison wieder im Freien Tennis gespielt. Dabei hat er sich nach Einschätzung der Klinik wohl überanstrengt. Dr. Florian Custodis, Chefarzt für Herz- und Lungenkrankheiten, Intensivmedizin und Angiologie des Klinikums Saarbrücken, erklärt: „Der Patient litt an Herzkammerflimmern, das zum Herzstillstand und damit innerhalb weniger Minuten zum Tod führt.“ Erst der Defibrillator habe das Herz wieder zum Schlagen gebracht. Nach der Erstversorgung durch den Notarzt sei Hussung zur weiteren Versorgung ins Zentrum für Intensiv- und Notfallmedizin am Klinikum Saarbrücken gebracht worden.

 

Am plötzlichen Herztod versterben laut der Saarbrücker Klinik in Deutschland jedes Jahr mehr als 100 000 Menschen. Um bei einem Herzstillstand schnell Erste Hilfe zu leisten, hänge mittlerweile an vielen öffentlichen Plätzen, Ämtern und Sporteinrichtungen sogenannte automatisierte Defibrillatoren (AED), die jeder – auch der medizinische Laie – bedienen könne.

 

Die Bedienung der Geräte ist einfach und selbst erklärend. Per Sprachausgabe oder per Monitor gibt das Gerät dem Benutzer genaue Anweisungen, was er zu tun hat. Voraussetzung für den Erfolg der Schockbehandlung sei jedoch der rechtzeitige Einsatz des Defibrillators. Denn mit jeder Minute, die vergeht, sinke die Überlebenswahrscheinlichkeit um bis zu zehn Prozent. Schon nach drei Minuten setzt ein Absterben der Gehirnzellen ein. Entscheidend sei demnach, dass im entsprechenden Moment ein Defibrillator zur Hand sei und es jemanden gebe, der ihn bedienen kann. Trotzdem müsse nach Angaben der Klinik natürlich der Notruf 112 abgesetzt und der Rettungsdienst verständigt werden.

 

Beim St. Ingberter Tennisclub war die Beteiligung an einer ersten Fortbildung zum Einsatz des Defibrillators vor gut zwei Jahren eher gering. Nach der Rettung des Vorsitzende hatten die Veranstalter kürzlich bei einem neuen Termin aber volles Haus.  
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