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Ellenfeld-Stadion: Leise rieselt der Putz...

Das Neunkircher Ellenfeld-Stadion

Das Neunkircher Ellenfeld-Stadion

Neunkirchen. Noch wenige Monate, dann hat das traditionsreiche Neunkircher Ellenfeldstadion 100 Jahre auf dem Buckel (siehe Hintergrund). Zwar hat wurde die Schönheit – das Ellenfeld wird von vielen als eines der schönsten oder sogar das schönste Stadion im Saarland betrachtet – im Laufe der Jahrzehnte mehrfach „geliftet“, doch der Zahn der Zeit hat unübersehbar genagt: Die Zuschauerränge bröckeln vor sich hin, was zwangsläufig Auswirkungen auf die Nutzung der Sportarena hat.

Während das Saarbrücker Ludwigspark-Stadion jetzt für 28 Millionen Euro quasi neu aus dem Boden gestampft werden soll, hängt die Zukunft der Ellenfeld-Sportstätte am finanziellen Tropf. Weil kein Geld da sei, gebe es einen langjährigen Sanierungsstau, so die Stadt Neunkirchen. Eine Komplettsanierung für mehrere Millionen Euro könne sich die Stadt nicht leisten, heißt es aus dem Rathaus. Die Stadt hat bekanntlich das Stadion vor 21 Jahren erworben, um den Hausherrn Borussia Neunkirchen vor der Pleite zu retten. Seitdem ist Borussia quasi „Generalmieter“ im zuvor eigenen Haus. Eine drohende Sperrung der unteren Tribünen-Sitzplätze habe Hauptsponsor und Vorsitzender Giuseppe Ferraro einen Tag vor dem Oberliga-Auftaktspiel gegen den 1. FC Saarbrücken II „mit starkem finanziellen und arbeitstechnischen Engagement verhindert“, teilt Roland Eich, Pressesprecher von Borussia Neunkirchen auf SZ-Anfrage mit. Um den Patienten Ellenfeld am Leben zu erhalten, muss man an Symptomen herumdoktern. 16?000 Euro steckt die Stadt in diesem Jahr in die Sicherung maroder Bereiche.

Vor allem im Umfeld der Haupttribüne habe das städtische Amt für Gebäudewirtschaft erheblichen Sanierungsbedarf festgestellt. Hier würden Teilbereiche unterhalb der Tribünenränge mit Bauzäunen abgesperrt oder mit einem Netz vorbeugend gegen herabfallende Teile gesichert.

Flutlicht gewünscht

Hier wenden die Borussen-Verantwortlichen ein: Eine fachgerechte Betonsanierung käme „laut Experten“ billiger als das Abhängen mit Fangnetzen und ein eventuelles Einrüsten der Stadionbetonflächen. Dann seien auch die Bauzäune überflüssig, die besonders im Bereich der Fankurve ein ebenso unschöner Anblick seien wie Fangnetze.

Ein weiterer Dauerbrenner auf der Wunschliste Borussias: Eine Flutlichtanlage sei im Hinblick auf den nun mit neuem Optimismus angestrebten Aufstieg in höhere Ligen absolut notwendig für die Lizenzierung. Die Instandsetzung der Stehränge und die Erneuerung der teils altersschwachen Platzumzäunung werden aufgeführt, neben der – wie jeder Stadionbesucher feststellen kann – unzureichenden Beschallungsanlage. Wünschenswert sei mit Blick auf die Jugend- und Sozialarbeit auch eine Umwandlung des Nebenplatzes in einen (Kunst-)Rasenplatz.

Der Verein selbst, der jährlich etwa 70?000 Euro an Betriebskosten in die Stadionanlage stecken muss, versucht immerhin, den Enthusiasmus von Fans, Funktionären und Teammitgliedern für eine gefälligere Präsentation des Stadionrunds zu nutzen, wie eine kürzliche Renovierungsaktion wieder gezeigt hat. „Wir können im Stadion Unkraut beseitigen, die Farbgestaltung übernehmen, die Ränge mit Dampfstrahlern säubern, die Wellenbrecher schleifen und lackieren und ähnliches“, so Roland Eich.

Der letzte große Renovierungsplan für das Ellenfeld war vor fast zehn Jahren aufgelegt worden. Im ersten Halbjahr 2002 wurde die Haupttribüne von Grund auf saniert, erhielt ein neues Dach und 2300 rote Schalensitze. Als die Borussia dann 2003 zahlungsunfähig war und ein Insolvenzverfahren eröffnet werden musste, wurde der Plan auf Eis gelegt. Nur Losglück im DFB-Pokal bewahrte damals den Traditionsverein vor dem Aus: Das Gastspiel von Bayern München war ein warmer Regen für die Vereinskasse.

Hintergrund

Das Stadion im Ellenfeld entstand Anfang 1912, nachdem Borussia Neunkirchen von Otto Schmidt, dem Eigentümer der Schlossbrauerei ein sumpfiges Tal gepachtet hatte. Der Bau kostete damals 25 000 Mark. Am 7. April 1912 (Ostersonntag) fand dort das erste Fußballspiel Borussias gegen das Infanterie-Regiment 105 Straßburg statt., am 14. Juli folgte die offizielle Einweihung des Stadions. Anfang der 20er Jahre wurde eine Holztribüne errichtet, die 1928 abbrannte und 1930 durch eine massive Tribüne ersetzt wurde. 1948 konnte Borussia das Stadiongelände und angrenzende Grundstücke erwerben.

Ende der 50er Jahre entstand die Sporthalle. Nach dem Bundesligaaufstieg 1964 wurde das Fassungsvermögen von 18?000 auf 30?000 Zuschauer erweitert. Wegen der ruinösen Schuldenlast Borussias wurde das Stadion im Februar 1990 für 1,2 Millionen D-Mark an die Stadt verkauft. „Volle Hütte“ hieß es im Ellenfeld dann letztmals Ende August 2003 beim Pokal Gastspiel von Bayern München: Dank einer Zusatztribüne fanden 23?400 Zuschauer Platz. gthQuelle: www.borussia-neunkirchen.de

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