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Eltern wütend: Busfahrer übergibt ihre Kinder einer Fremden

Von SZ-Mitarbeiter Andreas Lang

Saarbrücken-Fechingen. Eiskalt erwischt hat der Wintereinbruch Anfang Dezember offenbar einen Schulbus, wie Eltern jetzt der Saarbrücker Zeitung mitteilten. Mit vier Grundschülern besetzt, habe sich der Schulbus im Schneegestöber mit Ach und Krach die Straße zur Haltestelle an der Nachtweide hochgequält. Dort habe sich der Fahrer, wie die betroffenen Eltern und die Saarbahn GmbH übereinstimmend mitteilen, dazu entschlossen, weder weiter nach Ensheim zur Wickersberg-Grundschule zu fahren noch mit den Kindern den rutschigen Weg zurück hinunter nach Fechingen anzutreten.

Damit die Kinder nicht im Bus warten müssen, habe der Fahrer die vier Kinder einer an der Haltestelle wartenden Mutter mit nach Hause gegeben. Nach den Richtlinien für die Beförderung von Schulkindern sei das auch möglich, sagt Pressesprecherin Sarah Schmitt. Doch an diesem Punkt beginnt der Streit zwischen Eltern und Busunternehmen. Denn zeitweise galten die vier Grundschüler inoffiziell sowohl in der Schule als auch im Elternhaus als vermisst. Die Frau sei dem Fahrer zwar bekannt gewesen, weil sie des öfteren morgens ihr Kind zum Schulbus an die Haltestelle Nachtweide bringe, Name, Anschrift und Telefonnummer aber nicht, sagte Sarah Schmitt. So konnten weder Schule noch Eltern problemlos herausfinden, wo sich die Kinder gerade aufhielten.

Beschwerdeführer Stefan Gramer hat die Situation an der Haltestelle so recherchiert: „Nur einer der Erstklässler kannte diese Frau aus seiner Kindergartenzeit und erklärte sich bereit mitzukommen. Ein weiterer Erstklässler war sehr zögerlich, sich entgegen der klaren Anweisung seiner Eltern einer sich ihm fremden Person anzuvertrauen. Schließlich folgte er seinen Mitschülern aus der ersten Klasse, da er keine andere Möglichkeit sah. Die Zweitklässlerin hatte außerhalb des Busses zufällig einen Mitschüler getroffen, der ihr freundlicherweise anbot, zu ihm nach Hause mitzukommen. Da jedoch dort keiner zu Hause war, mussten die Kinder in der Nachbarschaft unterkommen.“

Sarah Schmitt hat herausgefunden, dass am besagten Morgen wohl viele Widrigkeiten zusammengekommen sind. So hätten die betroffenen Kinder dem Fahrer keine Telefonnummer nennen können, unter der die Eltern hätten erreicht werden können. Zudem hätten die Lehrer wohl ebenfalls Probleme gehabt, pünktlich in die Schule zu kommen. So sei es dem Busfahrer unmöglich gewesen, vor 8 Uhr selbst oder über die Leitstelle mit der Schule abzustimmen, was mit den Kindern hätte passieren sollen.

Die hätten alternativ nur im Bus warten können. Das Busunternehmen habe übrigens einen Ersatzbus eingesetzt, der die offensichtlich nicht zu passierende Route über die Nachtweide selbstverständlich umfahren habe. Schließlich habe der Fahrer entschieden, die Kinder nicht im Bus warten zu lassen, sondern sie besagter Mutter zu übergeben, erklärte Sarah Schmitt. Sie stellte aber auch klar: „Der Fahrer hätte eine Klärung zwischen unserer Leitstelle und der Schule abwarten müssen. Da er nun leider in bester Absicht eine andere Entscheidung getroffen hat, hätte er auf jeden Fall die Personalien der Mutter feststellen und sicherstellen müssen, dass sie, wie zugesagt, um das Wohl der Kinder bemüht ist.“

Das habe das Unternehmen dem Fahrer in einem Gespräch noch einmal deutlich gemacht und den Sachverhalt ergänzend zu den Schulungsunterlagen für alle Schulbusfahrer mit aufgenommen.

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