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Emma“ blieb ruhiger „als befürchtet

Die Nacht auf Samstag war ziemlich ungemütlich, denn das Orkantief Emma zog von den Färöer-Inseln Richtung Ostsee und sorgte für teils kräftige Windböen. Wie erwartet, erreichte der Wind auf den Bergen in Böen Orkanstärke. So wurden die höchste Windgeschwindigkeiten auf dem 1835 Meter hohen Wendelstein mit 223, auf der Zugspitze und auf dem Wallberg mit 191 Kilometer pro Stunde gemessen. Im Saarland wurde die stärkste Windböe in Berus mit 119 Kilometer pro Stunde registriert. Zwar gab es in Deutschland, insbesondere im Norden, einige Schäden und leider auch vier Todesopfer, doch das erwartete große Chaos blieb aus.

Orkan Emma zeigte deutlich die Problematik der Wetterwarndienste auf: Die Wetterkarten am Freitag deuteten auf ein sehr starkes Orkantief hin, das in seiner Stärke und Zerstörungskraft dem Orkan Kyrill vom Januar 2007 hätte gleichen können. Folglich musste vor dem Schlimmsten gewarnt werden. Nun ist der Orkan nicht ganz so brutal über uns hinweg gezogen, und die Wetterwarndienste müssen sich teilweise Kritik für überzogene Warnungen anhören. Andererseits muss man bedenken, dass eine zu lasche Warnung sicherlich mehr Opfer zur Folge gehabt hätte, auch wenn sie der tatsächlichen Wetterentwicklung entsprochen hätte. Insbesondere die Warnung vor Aufenthalten im Wald, die bei Sturm - und Orkanböen lebensgefährlich sein können (eines der Todesopfer wurde im Wald von einer Fichte erschlagen), war auf jeden Fall richtig und wichtig und sollte auch in Zukunft bei aufziehenden Stürmen ausgesprochen werden.

Emma ist nun Geschichte. Der März möchte den Februar (deutlich zu mild, leicht zu nass, Gott sei Dank zu sonnig) vergessen machen. Demnach könnte es in dieser Woche vor allem im Hochwald ab und zu etwas Schnee oder Schneeregen geben, örtlich kann sich eventuell auch eine Schneedecke ausbilden. Das ist auch die letzte Chance dieses Winters, danach sollte er endgültig dem Frühling Platz machen. Aber geschwind! Merzig-Wadern. Einen Kollaps hat ein Rentner aus Honzrath erlitten, als eine Sturmböe kurz vor zehn am Samstagmorgen das Dach seines Hauses abgedeckt hatte. Das teilte die Merziger Polizei gestern mit. Der alleinstehende Senior wurde zur stationären Behandlung in die SHG-Klinik in Merzig transportiert. Polizisten bewachten das Haus des Mannes, bis die Verwandtschaft zur Stelle war. Orkantief Emma bescherte der PI Merzig, der Waderner Polizei, den Löschbezirken aus der Region und dem Technischen Hilfswerk einen Großkampftag. Ob in Merzig, Beckingen, Mettlach, Wadern oder Weiskirchen: Böen knickten Bäume um, rissen Verkehrsschilder um und deckten Häuser ab. Insgesamt 16 Meldungen registrierten die Polizisten allein zwischen kurz nach sieben in der Frühe bis 13.30 Uhr. Der erste Alarm ging um 7.13 Uhr ein.

Kleingärtner stark betroffen

Während „Emma“ draußen wütete, stand in der Kreiseinsatzzentrale das Telefon nicht still. „Zum ersten Einsatz mussten wir kurz nach sieben ausrücken, zum letzten kurz vor 18 Uhr“, zog Horst Heckel, Mitarbeiter und Feuerwehrmann aus Merzig, am Sonntagmorgen Bilanz.

Arbeitstag für Dachdecker

Warnung bis Sonntagabend

Ganz normalen Wochenendbetrieb vermeldeten das St.-Elisabeth-Krankenhaus in Wadern und die SHG-Klinik in Merzig. Außer dem Senior, der vor Schreck über sein abgedecktes Dach einen Kollaps erlitten hatte, registrierte man kein Opfer. Derweil waren die Feuerwehrleute in der Kreiseinsatzzentrale im Landratsamt noch in Alarmbereitschaft. Wetterfrösche hatten bis Sonntagabend 18 Uhr Strumböen von 65 bis 85 Kilometern vorausgesagt. „Es wurde zwar kaum ein Ort im Kreis verschont, jedoch blieb es zum Glück bei umgeknickten Bäumen und umgestürzten Verkehrsschildern. Wir sind glimpflich davon gekommen“, meinte Horst Heckel. Dachdecker Willi Mehn aus Wadern und viele seiner Kollegen im Kreis mussten an diesem Samstag ran – zu Reparaturen an Dächern. „Wir waren mit vier Mann draußen – für uns war es ein richtiger Arbeitstag.“ Sonntags dann saß Willi Mehn im Büro und erledigte Schreibkram. „Gott sei Dank kam es nicht so schlimm wie vorhergesagt“ – eine Aussage, die das Merziger Dachdeckerbetrieb Reents bestätigt. „Bäume waren umgestürzt, Vereinsschilder umgefallen – da mussten wir die Straßen absichern, bis die Feuerwehr diese Gefahren beseitigt hatte“, sagte Klaus Zeimeth von der Merziger Polizei. Besonders hart hatte es Kleingärtner auf dem Merziger Kreuzberg getroffen. Eine Laube hielt der Wucht des Sturmes nicht stand und krachte in sich zusammen: Totalschaden. Das Dach einer anderen Laube wurde weggeweht, an zwei weiteren entstand leichter Sachschaden. „Für den Schaden müssen unsere Mitglieder selbst aufkommen“, sagte Vorsitzender Dieter Darimont. „Eine Versicherung gegen Sturmschäden ist viel zu teuer“, ergänzte er.
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