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Endet das Völklinger Michael-Krankenhaus als neue Bauruine?

Das ehemalige St. Michael Krankenhaus droht zur neuesten Völklinger Bauruine zu werden.

Das ehemalige St. Michael Krankenhaus droht zur neuesten Völklinger Bauruine zu werden.

Ein Architektenwettbewerb, der im Juli vergangenen Jahres startete, hatte neue Hoffnungen für eine Wiederbelebung des Michael- Krankenhauses in Völklingen erweckt. Doch das Ergebnis sorgt für Ernüchterung. Der Geländeeigentümer und mögliche Bauherr, die Cusanus-Trägergesellschaft Trier (ctt), schweigt sich aus. „Wir möchten derzeit keine Stellungnahme abgeben“, hieß es dort auf SZ-Anfrage. Doch Völklingens Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) sagt mehr. Der Architektenwettbewerb, so Lorig, habe eine höhere Summe als die ergeben, die der Projektbetreiber für sich angesetzt habe. Nun stelle sich aus Sicht der ctt die Frage, wie diese Differenz abzudecken sei. Die Stadt Völklingen verfüge hier über „überhaupt keine“ Mittel. Damit bleibe nur das Land als möglicher Geldgeber.

Im Gegensatz zu Akut-Krankenhäusern hätten aber Reha- Kliniken grundsätzlich keinen Anspruch auf Förderung. Dies sei für ihn, so Lorig, unverständlich, da man andererseits möglichst schnell Patienten aus Krankenhäusern in Reha- Einrichtungen entlasse. Er habe die Problematik bereits bei einem Treffen mit Ministerpräsidentin Annegret Kramp- Karrenbauer (CDU) und Wirtschafts- Staatssekretär Jürgen Barke (SPD) angesprochen und die Überzeugung gewonnen, dass das Land versuche, eine Lösung zu finden.

Das Michael-Krankenhaus war zum 1. April 2009 geschlossen worden. Die Saarland-Heilstätten GmbH kaufte das Gelände für 2,3 Millionen Euro von damaligen katholischen Träger Marienhaus GmbH, wollte dort eine Reha-Klinik mit 100 Betten einrichten. Die SHG hatte bereits einen Teil des Altbaus abgerissen. Doch dann kam es zu einem abrupten Kurswechsel.

Mitte 2013 gab die SHG das Gelände an den ursprünglichen Träger, die Marienhaus GmbH, zurück. Über diese gelangte das Objekt dann an die (ebenfalls katholische) Cusanus-Trägergesellschaft Trier. Unter deren Regie startete dann der Architektenwettbewerb. „Die Geschäftsführung weist ausdrücklich darauf hin, dass damit keine Entscheidung für den Standort des ehemaligen Krankenhauses St. Michael Völklingen als zukünftigen Standort für die Reha-Klinik St. Hedwig in Illingen deklariert ist“, hieß es damals auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung.

Das klingt kompliziert. Und ist doch einfach. Reha und Nachfrage nach Reha-Plätzen im Saarland sind nämlich auch ein Rechenspiel. Oberbürgermeister Lorig erhofft für Völklingen rund 200 neue Arbeitsplätze und Auftrieb für die Hotel- und Gastronomiebetriebe im Umfeld. Derweil rumort in Illingen schon seit Jahren die Volksseele. Die Kommunalpolitiker rund um Bürgermeister Armin König (CDU) und über 200 Mitarbeiter der Reha-Klinik in Illingen gingen sogar schon bei Demonstrationen auf die Straße. Sie befürchten, dass ihr Träger, und das ist die ctt, die Klinik in Illingen einem Kompensationgeschäft mit Völklingen opfert.

Die SHG hatte sich offen dazu bekannt, in Völklingen mit dem Ziel zu bauen, gleichzeitig ihre alte Reha-Klinik in Quierschied zu schließen. Doch die Plätze in Quierschied sind in der Zwischenzeit als mögliche Tauschmasse vom Tisch. Die Victor’s-Gruppe rund um Unternehmer Hartmut Ostermann hat das alte Gebäude gekauft und will hier ein modernes Gesundheitszentrum mit Reha-Plätzen einrichten.

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