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Endlich Freibadwetter - Doch insgesamt war der Juni für Saarbrücker Bäder ein Fiasko

Betrieb im Saarbrücker Totobad am Donnerstag (23.06.2016).

Betrieb im Saarbrücker Totobad am Donnerstag (23.06.2016).

Bis vor zwei Tagen hatte Siegfried Krämer noch seinen Neopren-Anzug dabei, jetzt kann er endlich in Badehose schwimmen. 31 Grad Außen- und 23 Grad Wassertemperatur – das ließen sich am Freitagmorgen viele Saarbrücker im Totobad gefallen. „Das Schwimmbad ist Karibik pur für uns“, sagt Stamm-Badegast Nina Holzer. Doch in den letzten Wochen waren die Temperaturen hier alles andere als karibisch: „Wenn's richtig schlechtes Wetter war, kalt und grau, waren am Tag höchstens 50 Leute da“, erzählt Emal Yunnusu, der am Freitag die Beckenaufsicht hat. Bis Mitte Juni kamen nur 1971 Menschen ins Totobad. Ein Fiasko im Vergleich zum Vorjahr, wo das Bad im selben Zeitraum 14 212 Besucher verzeichnete – das Siebenfache. „Der verregnete Juni reißt uns gut rein“, sagt Gabriele Scharenberg-Fischer, Geschäftsführerin der Saarbrücker Bäderbetriebsgesellschaft. „Es wird auch schwierig, das wieder aufzuholen.“ Für die Saarbrücker Freibäder insgesamt (Fechingen, Altenkessel, Dudweiler und Totobad) sind die Zahlen nicht ganz so desaströs. Aber auch hier wurden in den ersten beiden Juniwochen nur 8610 Besucher verbucht, im Vorjahreszeitraum war es fast das Vierfache (34 026).

 

Die Rentnerin Nina Holzer kommt mit ihrer „Schwimmclique“ seit 25 Jahren und bei fast jedem Wetter ins Totobad. „Bei Regen haben wir halt einen gelben Sack dabei. Da kommen die Sachen rein, und wir schwimmen“, sagt Holzer. „Wenn's dann so runtertröpfelt, ist das herrlich im Wasser“, schwärmt die 76-jährige Anita Reichert.

 

Immer pünktlich um 9 Uhr treffen die Seniorinnen an ihrem Stammplatz ein, an den Betonbänken, links vom großen Schwimmerbecken. Früher war die Clique 14-köpfig, heute sind noch neun von ihnen übrig, erzählt Anita Reichert. Zum Saisonauftakt gibt es jedes Jahr Prosecco, die Frauen führen sogar Strichlisten über die Tage im Schwimmbad – bei Holzer waren es vergangenes Jahr 78, bei Reichert 82 Tage. „Dieses Jahr ist es beschämend, zwölf Mal war ich erst – das hat's noch nie gegeben“, schimpft Reichert.

 

Das Wasser im Totobad wird über eine Solarzelle erwärmt – scheint die Sonne nicht, ist auch das Becken kalt. „Ich bin zwar hartgesotten, aber bei 16 Grad Wassertemperatur hört es auf“, sagt Reichert. Anders ist das beim 56-jährigen Siegfried Krämer, der jeden Morgen 1500 Meter schwimmt. „Ich mag es, wenn das Wasser kühl ist“, sagt er. „Sonst komme ich nur ins Schwitzen.“

 

Für die 19-jährige Lena Zimmermann kommt Schwimmen bei Kälte und Regen nicht in frage. Sie hat sich dieses Jahr erstmals eine Jahreskarte gekauft – und sie erst vier Mal benutzt. „Letztes Jahr hatte ich keine Jahreskarte und war allein im Mai schon 20 Mal da“, beschwert sie sich. Jetzt hofft sie, dass der Juli besser wird.

 

Doch mit den karibischen Temperaturen soll es erst einmal wieder vorbei sein. Schon am Wochenende soll es deutlich kühler werden. Und bis Dienstag meldet der Deutsche Wetterdienst für das Saarland Temperaturen um die 22 Grad.
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