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Endlich Regen: Saar-Bauern bangen dennoch um Ernte

Saarbrücken. „Also ein gutes Jahr wird es nicht mehr werden“, sagt Richard Schreiner, Präsident der saarländischen Landwirtschaftskammer. Ein wenig Sarkasmus liegt in der Stimme, aber wer kann es ihm verdenken angesichts der Wetterlage. Denn was für viele wie ein Traum erscheint – nämlich Sonnenschein satt, angenehm warme Temperaturen und so gut wie kein Regen – ist für Landwirte mehr ein Albtraum. „Die Trockenheit nimmt für uns dramatische Ausmaße an“, sagt Schreiner. „Ernteausfälle in fast allen Bereichen sind nicht mehr zu vermeiden, die Futtersituation bei den Weidetieren ist angespannt, viele Betriebe müssen bereits an die Reserven gehen.“ Die Lage bei Weizen, Roggen, Hafer, Gerste und Raps sei ebenfalls kritisch.



Schauer reicht nicht mehr aus

Es wurde bereits eine Futtermittelbörse eingerichtet, doch die hilft den Bauern nur bedingt weiter, da kaum ein Betrieb viel abgeben kann. Der deutsche Wetterdienst hat unterdessen gestern bestätigt, dass der Frühling im Saarland in diesem Jahr so trocken und warm war wie nirgendwo sonst in Deutschland. Die 67 Liter Niederschlag pro Quadratmeter bedeuten gerade einmal 30 Prozent der normalen Durchschnittsmenge.

„Die Böden sind ausgetrocknet“, stellt Klaus Fontaine, der Präsident des Bauernverbandes Saar, nüchtern fest. Daher reichten mittlerweile auch schon keine Schauer mehr aus, um die Situation zu entspannen: „Es müsste schon über mehrere Tage hinweg regnen, damit der Boden durchweicht und sich wieder einen Vorrat anlegen kann“, erklärt Fontaine. Ein Gewitter mit Starkregen – wie für heute engekündigt – bringe nur wenig, weil das Wasser schnell wieder ablaufen würde und nicht im Boden gespeichert werden könne.

Lage ist ernst

Wie ernst die Lage ist, weiß auch das saarländische Wirtschaftsministerium und schließt Existenzgefährdungen für Landwirte nicht mehr aus. Direkte Finanzhilfen stünden derzeit zwar nicht zur Verfügung. Es sei jedoch denkbar, dass es je nach Höhe der Schäden Liquiditätshilfen der Landwirtschaftlichen Rentenbank oder unter Umständen auch ein Maßnahmenpaket der Bundesregierung und der EU geben könne, erklärte Birte Thiel, die Sprecherin des Wirtschaftsministeriums.

Sorge vor EHEC lässt Absatz ebenfalls einbrechen

Von einer ganz anderen Seite werden die regionalen Anbieter ebenso getroffen: Die allgemeine Sorge vor dem EHEC-Keim hat beispielsweise den Absatz der Lisdorfer Frischgemüse Handelsgesellschaft drastisch einbrechen lassen. „Am vergangenen Wochenenende waren es grob geschätzt gerade einmal ein Drittel des normalen Absatzes“, bestätigt Verkäufer Siegfried Scholly. Selbst bei den Anbietern von Erdbeeren fragen die Menschen nach. „Wir haben jetzt nicht weniger Absatz, aber hier rufen viele Leute an, fragen nach und müssen beruhigt werden. Man merkt, wie hoch die Verunsicherung derzeit ist“, erklärt Bettina Kneip, Vertriebsleiterin des „Erdbeer- Land“ in Heusweiler.
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