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Endlich! Saarbahn fährt jetzt nach Riegelsberg

Riegelsberg. Inbetriebnahmen von Straßenbahnen sind selten, deshalb kommen die Menschen, die Straßenbahnen lieben, auch von weit her. Am Samstag um 12.05 Uhr fuhr die erste mit Fahrgästen besetzte Saarbahn an der Haltestelle Riegelsberg Rathaus nach Riegelsberg Süd. Auf der Straße standen bestimmt 500 Leute, an Bord durften zunächst nur geladene Gäste mit Namensschild, die meisten mit Stehplatz, denn alles war voll.

Bei einem kräftigen Mann stand „Der Fahrgast“ auf dem Schild. Es war aber kein typischer Durchschnittsfahrgast, den man aus der Masse eigens für die Jungfernfahrt ausgesucht hatte. Nein, erklärte der Mann, er sei der Chef des Fahrgastverbandes Pro Bahn. „Der Fahrgast“ sei die Mitgliederzeitung des Verbandes, und er sei extra aus Hamburg gekommen. Mit der Bahn natürlich. Die unfassbar guten Musiker für das Ereignis waren aus Wiesbaden verpflichtet worden, nämlich die vierköpfige Marching-Band Big Feet Boys. Mit Megafon-Gesang! Sie schickten die erste Bahn mit „Down by the Riverside“ auf die Reise und empfingen sie um 12.43 Uhr mit „Satisfaction“ („Genugtuung“) wieder. Olaf Kettenhofen steuerte den 1300 PS starken Zug. Erstaunlich viele Männer am Weg winkten ihm sogar zu.

Bei der Ankunft in Etzenhofen (12.32 Uhr) stand eine Protestgruppe mit langen Bärten. Bürgermeister Lothar Ringle kam sofort die Rockgruppe ZZ Top in den Sinn. Es waren aber FDPler, die sich mit falschen Bärten über eine mehrjährige Verspätung beim Bau der Bahntrasse mokierten. Mehr Kritik gab's allerdings nicht an diesem von der Sonne verwöhnten Tag. Die Reden der Verantwortlichen (ab 11 Uhr) trafen den Grat zwischen Festakt und Volksfest ziemlich gut. Wer zuhören wollte, verstand fast alles. Es gab aber auch schon Essen und Trinken für die anderen. Saarbahn-Chef Peter Edlinger benutzte das noch kaum gehörte Wort „Weiterbaukommunen“ für die Gemeinden, wo die Bahn noch hin soll. Die Aufsichtsratsvorsitzende Charlotte Britz baute kess die Frage ein, wer die Bahn überhaupt bezahle, und bekam von irgendwem sogar einen Freischein für eine Schwarzfahrt.

Der Abgesandte des Bundes erfreute allein schon durch seinen Namen: Dieter Glück. Geistliche erbaten Gottes Segen für alle, die mit der Bahn fahren werden. Und Karlheinz Janson vom Verkehrsclub glänzte als Schaffner in einer alten Uniform. Bei einer etwas ruppigen Bremsung im Russenweg stupste sich das Kleinkind Marie die Nase, heulte los, wurde vom Bürgermeister auf den Arm genommen und mochte ihn nicht mehr loslassen. In den Chroniken wird es heißen, es sei es ein gelungener „historischer“ Tag gewesen.

Riegelsbergs Demnächst-Bürgermeister Klaus Häusle trug das Zeichen der Saarbahn-Freunde, den blinkenden Saarbahn-Pin, das beliebteste Souvenir überhaupt hinter Leuchtarmbändern. Er dachte auch ans gesamte Verkehrsgeschehen, das sich vermutlich ändert. Deshalb soll es ein Gutachten geben, damit man gegensteuern kann, falls jemand benachteiligt wird. Peter Wagner 
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