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Endspurt der Saar-CDU mit Zuversicht und guter Laune

Saarbrücken. Durchs Feuer muss bei der CDU an diesem Abend in der Saarbrücker Congresshalle niemand. Brenzlig wird es lediglich für die erste Reihe. Aber nur kurz. Feuerspucker beim Endspurt lassen erahnen, wie heiß es in den letzten Tagen des CDU-Wahlkampfes zugehen könnte. Vom Wahltag, dessen mediales Finale sich ebenfalls in der Congresshalle abspielt, gar nicht zu sprechen. Eine Partei holt Schwung für die letzten 72 Stunden – mit Partymucke, harten Beats, guten Show-Effekten und deutlichen Botschaften der Kanzlerin sowie des Spitzenkandidaten. Der Schluss-Sprint mündet laut jüngsten Umfragen in einem knappen Wahlergebnis und beginnt so amerikanisiert wie möglich im kleinsten Flächenland. Zahlreiche saarländische Politiker hatten Obamas Wahlkampf in Amerika verfolgt – offenbar waren auch CDU-Vertreter darunter. Starke Soulstimmen machen der vollbesetzten Halle Mut („You are simply the best“). Generationen von Konservativen klatschen im Takt.

Bilder aus Sportarenen drängen sich auf: Der Einmarsch von Müller gleicht einem Triumphzug, der bei einem (Wahl-)Sieg erwartet würde. Zu „Peter, Peter“-Rufen kommt er auf die Bühne. Begleitet von Hamburgs Erstem Bürgermeister Ole von Beust, Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker und seiner Frau. Nimmt Platz auf der kleinen Tribüne, die schon mit zahlreichen Anhängern besetzt ist, und hört zu. Etwa Ole von Beust: „Dieses Land kann sich in Deutschland sehen lassen“, lobt der. Oder Sympathieträger Jean- Claude Juncker über den Politiker Müller: „Er ist ein guter Freund, einer der besten Freunde, die Luxemburg je hatte.“ Und: „Wir brauchen keine rot-rote Erneuerung der Landesgrenzen.“

Knapp anderthalb Stunden hat es gebraucht, bis auf dieser im freundlichen Orange gehaltenen Bühne das drohende Rot einer Koalition aus SPD-Mann Heiko Maas und Linken-Chef Oskar Lafontaine dämmert. Bundeskanzlerin Angela Merkel greift die Vorlage auf: „Dieses Bundesland muss gut regiert werden. Dieses Bundesland darf auf gar keinen Fall in rot-rote Hände fallen.“ Merkel beschwört den „Geist der Gemeinsamkeit“ als Weg aus der Krise. Der wirtschaftlichen Krise Deutschlands. Und als Weg durch diesen unsicheren Moment für eine Partei, die bei der letzten Landtagswahl eine absolute Mehrheit errang und nun um „jede Stimme kämpfen muss“, um an der Regierung zu bleiben. Merkel schwört ein: „Viele Menschen warten noch darauf, dass man sie anspricht.“

Peter Müller tut es ihr gleich. Fordert seine Anhänger zu weiteren Anstrengungen auf: „Wir haben keine Stimme zu verschenken, wir haben keine Stimme zu verleihen, denn je stärker die CDU ist, umso besser ist es für unser Land.“ Mobilisierung ist das Ziel der CDU, hatte zuvor schon Fraktionschef Jürgen Schreier gesagt. Und der gezielte Angriff gegen rot-rot. Müller greift etwa die SPD scharf an, die mit „juristischen Tricks“ arbeite und diffamiere, weil sie keine Vision für das Land habe. Er dagegen strebe die Vollbeschäftigung an, wolle die Schulabbrecherquote noch mal halbieren – bekannte Ziele, angriffslustig formuliert. „Lasst uns gemeinsam kämpfen“, ruft er der Halle zu. Die Zuhörer sind begeistert. Wie weit das trägt, wird der Sonntag zeigen. Patrick Griesser 

Auf einen Blick

Die CDU Saar will den Wahlkampf bis zum späten Samstagabend fortsetzen und dabei im ganzen Land Präsenz zeigen. Alle 350 Ortsvereine sind nach Auskunft von CDU-Generalsekretär Stephan Toscani bis dahin im Einsatz.

Geplant sind unter anderem Hausbesuche, die üblichen Wahlkampfstände, Anrufe bei Unterstützern und ein neues Kleinplakat, das noch geklebt werden soll. Jeder Haushalt im Land soll bis Samstag auch eine Zeitung der CDU in ihrem Briefkasten haben, so der Generalsekretär. pg
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