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Energie SaarLorLux rechtfertigt Energie-Preise

  Saarbrücken. Es hört sich merkwürdig an: Ein Energieversorgungsunternehmen macht verhältnismäßig wenig Gewinn – und genau das sei ein Problem für seine Kunden und das Gemeinwesen Stadt. Genau das vermuten Fernwärmekunden der Energie SaarLorLux (ESLL). Und Stadtwerke-Manager sprechen es offen aus: Das Firmenkonstrukt der Energie SaarLorLux sei ein Problem für viele – nur nicht für die GDF Suez, die den 51-Prozent-Mehrheitsanteil am Unternehmen hält.

Saarbrücker Fernwärmekunden (vor allem auf dem Eschberg) streiten seit Wochen mit der ESLL um deren Nachzahlungsforderungen für den Bezug von Fernwärme. Bis zu 30 Prozent haben die Preiserhöhungen betragen, die das Unternehmen in Rechnung stellt.

Wer ist „schuld“ daran, dass sie so zur Kasse gebeten werden? Das ist die Frage, die tausende von Fernwärmekunden beschäftigt. Drei „Verdächtige“ gibt es: die ESLL, die die Fernwärme an den Endkunden verkauft, die GDF Suez, die die Fernwärme im Kraftwerk Römerbrücke produziert, und die Stadtwerke, denen die Leitungen gehören, durch die die Fernwärme zu den Kunden kommt.

Mit dem Verkauf von Strom, Gas und Fernwärme hat ESLL im vergangenen Jahr rund 272 Millionen Euro Umsatz und nach Angaben von Unternehmenssprecher Stefan Eichacker 1,9 Millionen Euro Gewinn gemacht. Das zeige, sagt Eichacker: „Wir machen uns die Taschen nicht voll.“

Genau da sehen aber Stadtwerke-Manager das Problem. Die ESLL gehört zu 51 Prozent der GDF Suez, zu 49 Prozent der städtischen Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Saarbrücken (VVS), zu der auch die Stadtwerke gehören. Wenn ESLL also große Gewinne machen würde, müsste GDF Suez sie mit der VVS, also der Stadt, teilen. Also nutze GDF Suez die Mehrheit bei ESLL, um die Gewinne klein zu halten. Das funktioniere so: Die GDF Suez kassiere für die Lieferung von Strom und Fernwärme bei der ESLL und verlagere so den Gewinn ins eigene Unternehmen. Die Gewinne landen so bei der GDF Suez und nicht bei der Stadt, bestätigt VVS-Vorstandsmitglied Helmut Fuß.
 
Im Klartext: Die ehemalige VVS-Geschäftsführung und die Stadtpolitik haben einen Fehler gemacht, als sie die Verkaufsabteilung mehrheitlich an GDF Suez (ehemals Electrabel) abgegeben haben. Der „schwarze Peter“ für die Fernwärmepreiserhöhung liegt also bei der GDF Suez. „Der VVS-Konzern kann an dieser Geschichte nichts machen“, sagt Fuß. Die Gebühr für die Durchleitung der Fernwärme rechtfertige die Preiserhöhung nämlich nicht. Um 2,56 Prozent haben die Stadtwerke die Gebühr von 2007 auf 2008 erhöht, um 1,56 Prozent auf 2009. Die Interessengemeinschaft „Fernwärmekunden Saarbrücken“ sieht dennoch Ungereimtheiten bei der Durchleitung von Fernwärme. Die Stadtwerke seien bereit, dazu mit der Initiative ein Gespräch zu führen, sagt Fuß. Martin Rolshausen 
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