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Energieversorger wollen Verbraucher zahlen lassen

Saarbrücken. Die Energiewende wird für die Betreiber der saarländischen Stromnetze teuer. Rund 25 Millionen Euro müssen allein die Netzgesellschaften der VSE und Energis nach jetzigem Stand in ihre Netz-Infrastruktur stecken, wenn in den nächsten Jahren mehr Wind- und Sonnenenergie eingespeist werden soll. Einige dieser Investitionen sind bereits getätigt. So wurde im Netzbereich Obermosel im Perler Ortsteil Borg im vergangenen Jahr eine neue Umspann-Anlage (UA) für knapp vier Millionen Euro errichtet, wie Manfred Fess, Geschäftsführer der VSE Verteilnetz GmbH, erläutert.

Eine weitere UA – Kosten ebenfalls vier Millionen – wird derzeit in Freisen gebaut, um den Strom der im Ausbau befindlichen Windparks Freisen und Nohfelden – darunter auch etliche auf rheinland-pfälzischem Gebiet – sicher in das Netz einspeisen zu können. Weitere 1,2 Millionen Euro mussten in zwei jeweils acht Kilometer lange Mittelspannungskabel investiert werden, die vom Windpark Mettlach-Wehingen in die UA Borg geführt wurden. Auch für die Windkraftanlagen auf dem Renglischberg in dem Mettlacher Ortsteil Faha musste eine eigene Leitungsverbindung zur UA Borg gebaut werden. Die Gesamtinvestitionen für die beiden UA in Borg und Freisen konnten noch relativ überschaubar gehalten werden, da die erforderlichen Hochspannungs-Freileitungen zu den UA bereits im vorigen Jahrhundert errichtet wurden. Wäre dagegen der Neubau einer Hochspannungsleitung erforderlich gewesen, „hätte dies zusätzliche Investitionen von etwa fünf Millionen Euro pro Umspannanlage erfordert“, ergänzt Roman Fixemer, Geschäftsführer der Energis-Netzgesellschaft. „Diese Kosten werden letztlich auf die Netzentgelte umgelegt und müssen von den Stromverbrauchern getragen werden“, macht Energis-Geschäftsführer Helmut Fuß deutlich.

Weitere Investitionen in den Netzausbau „hängen davon ab, wohin künftig Windparks im Saarland gebaut werden“, betont Fixemer. Wenn man Windräder entlang der jetzt geplanten Stromtrassen hochzieht, „entstehen keine zusätzlichen Kosten für die Netzgesellschaften“, erläutern die Geschäftsführer. Falls die Kommunen andere Standorte ausweisen, „müssen diese ebenfalls mit Leitungen versorgt werden, was wiederum Investitionen zur Folge hat“.
Der Masterplan Energie der Landesregierung ist in Sachen Windkraft sehr ambitioniert. Bisher sind an der Saar 80 Anlagen mit einer elektrischen Leistung von 111 Megawatt (MW) installiert. In der Windpotenzial-Studie wurden 675 maximal mögliche Anlagen ermittelt, die zusammen über 2500 MW an elektrischer Leistung verfügen könnten.

Offen sind die Investitionskosten, die wegen des Ausbaus der Photovoltaik (PV) auf die Netzbetreiber zukommen. „Noch reichen die vorhandenen Niederspannungsnetze auf, um den PV-Strom aufzunehmen“, sagt Helmut Fuß. Doch wenn immer mehr Dächer oder Freiflächen mit Solar-Panels belegt werden, „müssen auch diese Leitungen verstärkt und zusätzliche Transformatoren-Stationen gebaut werden“, macht Fuß deutlich. Allein im Gebiet der Energis-Netzgesellschaft, über die im Saarland rund 43 Prozent der Fläche und 34 Prozent der Einwohner versorgt werden, sind inzwischen fast 5600 PV-Anlagen installiert, die es bei Sonnenschein auf eine Leistung von 74,9 MW bringen. Für Ende 2012 wird mit 90 MW gerechnet. 2009 waren es erst 45,5 MW und 3700 Sonnenstrom-Anlagen.

Der Strom aus Wind, Sonne oder Wasser, der bei der Energis-Netzgesellschaft eingespeist wird, kann Ende 2012 bereits eine Leistung von 245 MW erreichen und damit die Jahreshöchstlast von 213 MW übertreffen. Wer allerdings glaubt, dass man dann den gesamten Stromverbrauch aus erneuerbaren Energien abdecken kann, „ist auf dem Holzweg“, sagt Roman Fixemer. Eine Analyse aus dem Jahr 2009 zeigt, dass von den Verbrauchern am 6. Januar 2009 mit 214 MW die höchste Stromleistung des gesamten Jahres abgerufen wurde. Von den 120 MW installierter Leistung, die damals aus erneuerbarer Energie zur Verfügung stand, konnten allerdings nur 25,5 MW eingespeist werden – weil an diesem trüben Wintertag die Sonne nicht schien und der Wind nur mäßig wehte. Die restlichen 88 Prozent der geforderten Stromleistung mussten konventionelle Kohle-, Gas- oder Atomkraftwerke liefern.
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