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Entblößter Mann im Pferdestall: Polizei ermittelt wegen Verdachts auf Hausfriedensbruch, Diebstahl und Sex mit Tieren

Ein junger Mann ist offensichtlich mehrfach in einen Zweibrücker Pferdestall eingedrungen. Auf unserer Zeitung vorliegenden Bildern einer Überwachungskamera ist nicht nur sein Gesicht zu erkennen – sondern auch sein nackter Unterkörper.

Die Stallbesitzerin (Name der Redaktion bekannt) berichtet auf Merkur-Anfrage, erste Merkwürdigkeiten seien ihr im vergangenen Sommer aufgefallen. Es hätten immer wieder mal Sachen im Stall gelegen, die weder von ihr noch von anderen Stall-Nutzern stammten, vor allem diverse Kabel, teils mit Schlaufen versehen. Dann hatte eines Tages ein Pony eine grüne Kordel um den Hals. Hier tippte die Stallbesitzerin noch auf spielende Kinder, da das Pony tagsüber draußen war. Eines frühen Morgens stand die Stalltür sperrangelweit offen. Spätestens als dann auch noch ein unbekanntes Band in der Mitte des Stalls lag, glaubte die Stallbesitzerin nicht mehr an Zufälle: „Wir haben eine Überwachungskamera aufgehängt, um festzustellen, ob jemand in den Stall eindringt.“ Beim Auslesen des Speicherchips wurde man schnell fündig: „Ein junger Mann ist auf den Bildern zu sehen, untenrum entblößt und mit einem Kabel um den Hals gewickelt.“ Auf einem Bild ist auch die Hand am Geschlechtsteil. Ob der junge Mann sich selbst befriedigt oder auch Verkehr mit Tieren hat, ist aus der Kamera-Perspektive nicht zu erkennen. Weil aber ein Pony in letzter Zeit schlecht gegessen habe und sehr verängstigt gewirkt habe, hängten die Stallbesitzer Anfang Dezember eine zweite Kamera auf – direkt in der Pony-Box. Fotos sind allerdings nicht auswertbar – denn schon in der Nacht nach der Installation sei die Kamera gestohlen worden, so die Stallbesitzerin. Allerdings nicht die erste Kamera: Auf deren Bildern sei ein junger Mann mit der Kamera unter der Jacke zu sehen. Offensichtlich der gleiche junge Mann wie beim ersten Mal, so die Stallbesitzerin. „Die neue Kamera war in der Pony-Box ganz in der Ecke. Er muss drin gewesen sein, sonst hätte er sie nicht entdecken können.“

Die Besitzerin hat bei der Polizei Anzeige erstattet. Im Verdacht hat sie einen jungen Mann, den sie vor etwa drei Jahren am Stall getroffen habe, wo er sich entschuldigt habe, er habe dort übernachtet, weil er betrunken gewesen sei. „Er hat mich gebeten, nicht die Polizei einzuschalten.“ Dem Wunsch sei sie gefolgt, habe sich dafür aber den Namen des jungen Mannes geben lassen. Sie ist sich sicher, das Gesicht auf den Überwachungsfotos wiederzuerkennen.

Polizeisprecher Jürgen Seel bestätigt auf Merkur-Anfrage, dass die Polizei Ermittlungen aufgenommen hat. In erster Linie wegen Diebstahls und Hausfriedensbruchs, da es sich hierbei um Straftaten handele. Ermittelt werde zwar auch in Richtung Sodomie/Zoophilie. Sexuelle Handlungen mit Tieren seien vom Gesetzgeber aber lediglich als Ordnungswidrigkeit eingestuft (siehe „Hintergrund“). In diesem Fall sei wohl kein Tier verletzt worden. Aus ermittlungstaktischen Gründen äußert sich Seel zurzeit nicht zu der Frage, wie nah die Polizei dem Täter schon auf der Spur ist.

Anzeigen wegen Sodomie gebe es bei der Polizeiinspektion Zweibrücken nur selten, berichtet Seel. 2015 könne er sich nur an einen ähnlichen Fall in einem Zweibrücker Rinderstall erinnern, die Tat sei aufgeklärt. Auch hier habe juristisch aber der Hausfriedensbruch im Vordergrund gestanden. Dem auch für Zweibrücken zuständigen Veterinärwesen der Kreisverwaltung Südwestpfalz ist 2015 kein Sodomie-Fall bekannt geworden.

 

Zum Thema:
Sex mit Tieren war in Deutschland nach 1969 legal, solange dabei dem Tier kein Schmerz zugefügt wurde. Doch auf Drängen von Tierschützern wurde das Tierschutzgesetz im Jahr 2013 verschärft. Seitdem ist es „verboten, ein Tier für eigene sexuelle Handlungen zu nutzen oder für sexuelle Handlungen abzurichten oder zur Verfügung zu stellen und dadurch zu artwidrigem Verhalten zu zwingen“ (Paragraph 13). Verstöße werden als Ordnungswidrigkeit verfolgt. Eine Straftat war und ist dagegen laut Tierschutzgesetz , einem Wirbeltier „a) aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder b) länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt“. lf
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