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Er hat den Beweis: Der Euro hats in Saarlands Kneipen teurer gemacht

Dass die meisten saarländischen Restaurantbesitzer die Euro-Einführung zu kräftigen Preisaufschlägen genutzt haben, belegt jetzt Klaus Bierle, Herausgeber des Restaurantführers Saarland.

Von SZ-Redakteur Lothar Warscheid


Saarbrücken.
Dass die Gastronomie die Euro-Umstellung zu Beginn des Jahres 2002 dazu genutzt hat, bei den Preisen kräftig zuzulangen, ist hinlänglich bekannt und hat für heftigen Ärger und enormen Image-Schaden gesorgt. Der „Teuro“ war geboren. Ist das mit den hohen Preisen so geblieben oder haben sich viele Wirte einen Rückzug angetreten? Verlässliche Daten, welche Speisekarten-Strategie die saarländischen Gastronomen in den vergangenen Jahren verfolgt haben, gab es bislang nicht.

Diese Lücke hat jetzt Klaus Bierle geschlossen und seine eigene Statistik erstellt. Das Fazit: Viele Restaurantbesitzer haben ihre Preise mit der Euro-Einführung spürbar erhöht – bei den Menüs im Durchschnitt um bis zu 26,3 Prozent. Drei Jahre später – im Jahr 2005 – waren sie allerdings reumütig zu den alten Preisen zurückgekehrt oder hatten sie um bis zu drei Prozentpunkte unterboten. Inzwischen hat man wieder aufgeholt. Im Jahr 2008 lagen die Menü-Preise knapp zehn Prozent höher als 1999. Bei den Hauptgängen waren die Ausschläge nicht so groß. Nach der Euro-Einführung wurden sie um bis zu elf Prozent teurer, sanken dann auf 96,4 Prozent der Preise von 1999. Heute sind Hauptgänge bis zu 15 Prozent teurer als 1999.

Bierles Datenbasis beruht auf seiner Lust, gut zu essen. Der frühere Hochschullehrer an der Saar-Universität gibt den Restaurantführer Saarland heraus, der seit 1991 im Meininger Verlag in Neustadt/Weinstraße erscheint – inzwischen in der siebten Auflage. Dort hat Bierle auch die Preisspannen der jeweiligen Menüs und Hauptgänge aufgeführt. Irgendwann lockte den Ökonomen, der Generationen von Studierenden die „Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre“ beigebracht hat, wieder die alte Profession. Er stellte die Daten aus der dritten bis siebten Auflage seiner Restaurantführer in Tabellen zusammen, bildete Indizes und machte Preisvergleiche.

Dass die Gastronomen nach der Teuro-Welle bei den Preisen wieder den Rückwärtsgang einlegten, war „eindeutig auf das Verhalten der Gäste zurückzuführen“, sagt Bierle. Die Leute blieben weg, die Umsätze brachen ein. „Man musste reagieren.“ Die Preissteigerungen der vergangenen drei Jahre „sind kostengetrieben“, ist Gudrun Pink, Präsidentin des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Saarland, überzeugt. „Die Energiepreise sind explodiert, die Berufsgenossenschaft ist teurer geworden, auch die Mieten und Nahrungsmittel haben sich verteuert.“

Dass es auch günstig geht, zeigt das Restaurant „Zum Ochsen“ in St. Wendel. Es hat in Bierles Führer die niedrigsten Preise. „Wir bringen uns selbst voll uns ganz ein“, sagen Inhaberin Erika Born sowie ihr Partner und Küchenchef Bernd Dammers. „Dann kann man bei den Preisen moderat bleiben, zumal der Umsatz stimmt.“ Am teuersten ist laut Restaurantführer Victor’s Gourmet-Restaurant Schloss Berg mit Christian Bau als Küchenchef. Doch hier genießt man auch das Werk eines Mannes, den Bierle als „Kochkünstler, Kreativist und Perfektionist“ beschreibt.

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