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Er ist der fliegende Weihnachtsmann überm Saarbrücker Weihnachtsmarkt



Saarbrücken. Wenn es dunkel wird in Saarbrücken, richten sich die Blicke zum Himmel. Denn dann kommt der „fliegende Weihnachtsmann“. Er ist die Attraktion des Christkindl-Marktes. Jeden Tag um 17.00 und 19.00 Uhr gleitet er in 35 Metern Höhe mit seinem Schlitten über ein Drahtseil. Nicht nur die Kinder auf dem zentral gelegenen St. Johanner Markt halten dann den Atem an und lauschen seiner Weihnachtsgeschichte über das Rentier Rudolf mit der roten Nase. Doch wer ist der Mann hinter der Maske?

Der Weihnachtsmann ist eigentlich Motocross-Fahrer

Gregory Holvoet ist 26 Jahre alt und trägt im normalen Leben allenfalls einen Dreitagebart. Mit Weihnachten hat er den Rest des Jahres wenig zu tun, dafür umso mehr mit Akrobatik. Der Belgier ist Motocross-Fahrer. Seine Paradedisziplin heißt „Freestyle“: Dabei geht es darum, mit dem Motorrad möglichst spektakuläre Sprünge und Tricks zu zeigen. „40-Meter-Sprünge kommen durchaus vor“, sagt Holvoet. Ein waghalsiger Beruf so an die zwanzig Knochenbrüche musste der Flame schon hinnehmen. „Der fliegende Weihnachtsmann ist eher ein sicherer Job für mich.“

Der erste Kontakt nach Saarbrücken ergab sich vor einem Jahr. Holvoet gastierte mit dem Zirkus „Flic Flac“ in der Stadt. Per Mundpropaganda erfuhr er davon, dass noch ein Artist für den Christkindl-Markt gesucht wurde. Zuerst teilte er sich die Arbeit mit Sven Rauhe. Doch da der momentan seine Rollschuhakrobatik in der RTL-Sendung „Das Supertalent“ zeigt, übernimmt Holvoet in diesem Jahr alle Auftritte.

Motorrad im Schlitten

Die Aufgabe besteht darin, eine Art Motorrad im Schlitten des Weihnachtsmannes zu bedienen. Dieses kann auch rückwärtsfahren. So bewegen sich der Schlitten und die Rentiere über das Seil, das an zwei Metalltürmen eines Baukrans befestigt ist. „Wenn die Weihnachtsgeschichte über Lautsprecher eingespielt wird, gestikuliere ich und winke“, sagt Holvoet. Und das, obwohl er zwar Flämisch, Englisch und Französisch spricht, jedoch nur wenig Deutsch. „Siebzig Prozent der Geschichte verstehe ich aber“. Ansonsten konzentriert sich Holvoet auf seinen Einsatz. Wenn er über sein Funkgerät die Anweisung „Die Nase“ bekommt, muss er noch die Nase von Rentier Rudolf zum Blinken bringen.

„Im Extremfall müssen wir uns abseilen“

Ob er Angst hat? „Ich denke einfach nicht daran, dass ich runterfallen könnte. Und nachdem mir die Techniker alles gezeigt haben, war ich schon viel ruhiger“, erzählt Holvoet. An einem regnerischen Tag hat einmal kurz der Motor gestreikt. „Das war schon ein kribbeliges Gefühl“, sagt Franziska Müller. Als Christkind verkleidet steht die 23-Jährige unter dem Schlitten in einer Art Sesselliftgondel, die das Gleichgewicht der Konstruktion garantiert. „Im Extremfall müssen wir uns abseilen“, erklärt Müller.

Fliegender Weihnachtmann ist die Hauptattraktion

Vor fünf Jahren wurde der Christkindl-Markt neu gestaltet und durch die Showeinlage aufgepeppt. „Natürlich machen wir auch Erfolgskontrolle“, erklärt Walter Poggenpohl. Er ist Vorsitzender des Verkehrsvereins, der den Christkindl-Markt veranstaltet. „Aber die Betreiber der Stände sagen immer wieder: Um Gottes willen, nehmt uns nicht den fliegenden Weihnachtsmann weg. Der ist doch das Zugpferd“.

Auch Holvoet bestätigt: „Ich bin überrascht, wie viele Menschen jeden Tag zu unserer Vorstellung kommen.“ Am Ende schaltet er noch das Feuerwerk an seinem Schlitten an. Und mit Funkenflug braust der Weihnachtsmann davon.

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