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Er ist neuer alter OB von Saarlouis

Roland Henz

Roland Henz

Saarlouis. Roland Henz (SPD), hat sich noch nicht ganz gefangen, als er sein Traumergebnis von 63,59 Prozent zur Kenntnis nimmt. Die Stimme versagt einen Augenblick („der Hauswahlkampf“), er ringt um Worte. Mit diesem Ergebnis hat er nicht rechnen können. Doch schon im dritten Satz nach dem Dank an die Mitstreiter und Wähler geht er in die Offensive: „Ich sehe in diesem grandiosen Ergebnis eine Bestätigung meiner bisherigen Arbeit. Ich sehe aber auch eine Aufforderung, das fortzuführen, was ich mir vorgenommen habe. Das bedeutet auch eine klare Absage an ein weiteres Freibad.“ Und er bedankt sich bei CDUKandidatin Marion Jost „für den fairen Wahlkampf“.

Die „hatte zumindest auf eine Stichwahl gehofft. Aber ich kann und muss das Ergebnis akzeptieren, die Wählerinnen und Wähler haben so entschieden. Offensichtlich sind unsere Themen nicht angekommen, oder wir haben unsere Leute auch gar nicht an die Wahlurne gekriegt – wenn ich mir die Wahlbeteiligung anschaue.“ Jost wirkt an diesem Abend erleichtert. Aus der Politik, gerade erst eingestiegen, wieder aussteigen? „Ich denke schon, dass ich ein bisschen Blut geleckt habe. Aber schau’n mer mal.“ Nach der Erfahrung des Wahlkampfes sage sie jedenfalls nicht „nie wieder“.

Enttäuscht war hingegen Altomaro Locurcio von der FWG. „Enttäuschend für uns. Wir haben nichts falsch gemacht. Wir hatten als einzige ein eigenes Konzept. Jetzt muss Saarlouis mit diesem Ergebnis leben.“ Locurcio hat sein eigenes Wahlziel klar verfehlt. Gestern Abend kündigte er seinen Rückzug aus der Politik an. „Ich werde noch bis zum Ende der Wahlperiode im Stadtrat bleiben und nicht wieder kandidieren.“

OB Henz bleibt nun im Amt, allerdings nicht die volle Wahlperiode von  zehn Jahren. Er muss aus Altersgründen 2017 ausscheiden. Gewählt hat gestern nicht einmal jeder zweite Saarlouiser: 42,8 Prozent von 29 242 Wahlberechtigten.

Wer wählte, hatte sich bewusst dafür entschieden. Anna Wachter aus Beaumarais zum Beispiel war mit 98 Jahren die älteste Wählerin im Wahlbezirk 421 in Beaumarais. Zwar hat sie sich nie politisch engagiert, aber zur Wahl zu gehen, betrachtet die 98-Jährige als Bürgerpflicht. „Ich will, dass es uns gut geht“, sagte sie gestern Mittag und war sich dabei sicher, das dafür richtige Kreuz gemacht zu haben. „Ich habe immer schon richtig gewählt“, erzählte sie mit einem Augenzwinkern.

Julia Thilmann, 18, aus Roden stand gestern zum zweiten Mal vor der Wahlurne. „Gerade für uns junge Menschen ist es wichtig, die Stimme abzugeben“, sagte sie. Themen, die Jugendliche betreffen, würden in Saarlouis vernachlässigt, sagte sie. Das habe bei ihrer Wahlentscheidung eine Rolle gespielt.

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