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Erdhügel statt Dach: Junges Paar baut außergewöhnliches Haus in Püttlingen

Hausbesitzer Anna Zimmer und Jens Knoor, Landschaftsbauer Martin Thomes, Dachdecker Manfred Becker (hinten, v.l.), Archtitekt Torsten Kiefer, Landschaftsbauer Sven Krämer und Konzeptentwickler Gerd Hansen (vorne, v.l.) vor dem Erdhügelhaus.

Hausbesitzer Anna Zimmer und Jens Knoor, Landschaftsbauer Martin Thomes, Dachdecker Manfred Becker (hinten, v.l.), Archtitekt Torsten Kiefer, Landschaftsbauer Sven Krämer und Konzeptentwickler Gerd Hansen (vorne, v.l.) vor dem Erdhügelhaus.

Anna Zimmer und Jens Knorr wollten „nicht bewusst extravagant und anders“ sein. Das Haus, in das sich das junge Paar bei einer Fernsehsendung verliebt hatte und das nun tatsächlich in der Püttlinger Geschwister-Scholl-Straße steht, ist aber schon außergewöhnlich - ein Blickfang, der aus dem Einfamilienhaus-Allerlei der Wohngebiete heraussticht. Weniger durch die Größe oder schmückende Details, sondern durch die Bauart.

 

Der angehenden Ergotherapeutin aus Püttlingen und dem Gymnasiallehrer, der aus Thüringen stammt und in Völklingen arbeitet, bleiben die unterschiedlichsten Kommentare nicht erspart - von Begeisterung bis Zweifel ist alles dabei. Aber wer so ein halbrundes „Erdhügelhaus“ baut, der hat auch den Mumm und den Spaß, dafür einzutreten und den Skeptikern die Vorzüge zu schildern. Eben weil es kein Dach hat, sondern mit Erde bedeckt ist, sollen die Energiekosten gering bleiben und das Raumklima behaglich sein. Die Erdschicht, teilweise aus dem Aushub für die Bodenplatte stammend, sorgt idealerweise im Sommer für Kühle und für relative Wärme im Winter. Für die Saarbrücker Garten- und Landschaftsbaufirma Sven Krämer war der Auftrag, die Erde aufs Haus (und die abdichtende Folie) zu bringen, eine spannende Aufgabe, ähnlich anzugehen wie Böschungsbau an Straßen. Wegen der beengten Verhältnisse musste das Material mit dem Kran und Säcken bewegt werden. Damit das Werk nicht abrutscht, ist der Lehmanteil hoch.

 

Das Haus ist standardisiert, eine Erfindung des Stuttgarter Architekten Gerd Hansen mit einer Grundkonstruktion aus Schwarzwälder Tannenholz. Die Bretter werden zu selbsttragenden Leimbinder-Gewölben geformt, alle etwa zehn Meter breit. Die Variabilität ergibt sich in der Tiefe - theoretisch ist das Haus unendlich tief zu bauen. Das Püttlinger Exemplar ist acht Meter tief. Wie Hansen bei einem Ortstermin berichtet, habe er bundesweit bereits 35 dieser Häuser verkauft, im Saarland sei dies das erste.

 

Kreativität ist beim Innenausbau gefragt. Die Wölbung der Außenwände beginnt ab einem Meter Höhe vom Boden - Schränke an die Wand zu stellen wäre also Verschwendung. Lustig: Ein des Deutschen nicht mächtiger Finne, der mit der Dämmung befasst war, sprach immer vom „Erdkugelhaus“, ohne zu wissen, was er da eigentlich sagte. Die Bauherrin findet, dass das gar kein übler Spitzname für das Erdhügelhaus wäre...
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