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Erdwärme hat im Saarland Potenzial

   Landsweiler-Reden. Die Nutzung von Erdwärme zur Gewinnung von Heizenergie und Strom kann im Saarland noch deutlich gesteigert werden. Es sei noch großes Potenzial vorhanden, sagte Umweltminister Stefan Mörsdorf bei einer Fachtagung zum Thema „Geothermie“ im Zentrum für Biodokumentation in der früheren Grube Reden, die der Professor Horst Altgeld vom Saarbrücker Institut für Zukunftsenergiesysteme (Izes) angeregt hat. Die oberflächennahe Nutzung der Erdwärme mittels Wärmepumpen komme gut voran, sagte Mörsdorf, und auch für die Nutzung von Erdwärme aus großen Tiefen sieht der Umweltminister Chancen: „Vor zwei Jahren hatte ich noch den Eindruck, dass die Tiefengeothermie für das Saarland kein Thema sei. Doch mittlerweile liegen die Dinge anders.“

Der Chef der Essener Enro Energie, Thomas Neu, unterstützte den Minister. Er könne sich im Saarland mehrere Standorte für Tiefengeothermie vorstellen, zum Beispiel in Bad Rilchingen, wo man aus 5500 Metern Tiefe über 150 Grad heißes Wasser zum Betrieb eines Kraftwerks fördern könne, sagte Neu. Die überschüssige Energie könnten Hotels und gastronomische Betriebe als Fernwärme nutzen. Neben einem „Erlaubnisfeld Bad Rilchingen“, wo das Bohren nach heißem Wasser „erlaubt“ sei, könne sich Neu auch ein „Erlaubnisfeld Gaia Saar“ vorstellen, wo man an den Standorten der früheren Kokskohleförderung wie Luisenthal, Wehrden, König oder Dechen Tiefenwasser-Kraftwerke errichten könnte. Bis zum Jahr 2020 könnten auf diese Weise bis zu 1000 Megawatt elektrischer Leistung über Geothermie gewonnen werden, schätzt Neu. Gleichzeitig stellt Neu klar, dass es sich hier vor allem um die Vision eines Technikers handelt. Außer der Idee gebe es noch nichts.

Zu große Euphorie dämpften denn auch Ralf Cavelius und Jörg Baumgärtner, die bei den Unternehmen Evonik New Energies und Bestec über viele Jahre Erfahrung mit der Nutzung von Erdwärme aus großen Tiefen gesammelt haben. Denn die Bohrung in großen Tiefen wird von großen Schwierigkeiten begleitet. Nicht nur der hohe Salz- und Mineralgehalt des heißen Wassers stelle eine technische Herausforderung dar, auch die Gebirgsformationen könnten für unerwartete Überraschungen sorgen, sagten die Experten. Auch seien bei dem Verfahren, bei dem Wasser in unterirdische Hohlräume gepumpt wird, leichte Erdbeben nicht auszuschließen. Selbst die Temperatur des Gesteins sei nicht eindeutig vorherzusagen, so dass man unter Umständen deutlich tiefer bohren müsse, was die Investitionskosten in die Höhe treibe.

Mit solchen technischen Problemen schlägt sich Mörsdorf nicht herum. Er verwies auf das, was geschafft ist: Der „Zukunftsort Reden“ wird bereits geothermisch beheizt – mit Hilfe von rund 30 Grad warmen Grubenwasser, von dem über 1000 Kubikmeter pro Stunde gefördert werden. „Damit ließen sich auch die Gebäude im Industriegebiet Klinkenthal und die Klinkenthalhalle beheizen“, sagte der geothermiebegeisterte Politiker. 
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