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Erfrorener Trierer Obdachloser lehnte Hilfe ab

Trier. Neun Mal habe er ihn in den vergangenen zwei Wochen besucht und immer versucht, den mittlerweile erfrorenen Obdachlosen zum Umzug ins Benedikt-Labre-Haus zu überreden. Das sagt Raimund Ackermann, Obdachlosenbeauftragter der Stadt Trier. Er kümmert sich zusammen mit weiteren Helfern vom Verein Streetwork Trier mit Unterstützung der Stadt, von Krankenhäusern und der Kirche seit elf Jahren um die Menschen am Rand der Wohlstandsgesellschaft. Ackermann: „Doch wenn jemand jede angebotene Hilfe ablehnt, sind wir machtlos.“

Mann wollte Hilfseinrichtungen nichts wissen 

Der laut amtsärztlicher Untersuchung an den Folgen einer starken Unterkühlung verstorbene 51-Jährige gehörte zu den Obdachlosen, die von Hilfseinrichtungen nichts wissen wollen. „Momentan sind es zehn“, sagt Ackermann über deren Zahl in Trier. Wie viele es beispielsweise in Saarbrücken sind, ist derzeit unklar. Allerdings betont die Verwaltung der Landeshauptstadt, dass niemand auf der Straße schlafen müsse. Es seien genügend Notunterkünfte vorhanden.

Der Tote von Trier hatte sein Lager unter einer Laderampe in einem Hinterhof aufgeschlagen. Andere übernachten in den Tiefgaragen der Trierer Innenstadt, was sie rechtlich gesehen nicht dürfen. „Aber sie werden momentan geduldet“, sagt Stadt-Sprecher Ralf Frühauf. Wieder andere leben in Zelten, selbst gebauten Verschlägen oder Höhlen – manche seit vielen Jahren.

Im Benedikt-Labre-Haus striktes Alkoholverbot

Ackermann erklärt die Rechtslage: „Wenn ein Obdachloser nüchtern und bei voller Kommunikations- und Wahrnehmungsfähigkeit erklärt, dass er auch bei zweistelligen Minusgraden draußen bleiben will, gibt es keine Möglichkeit, ihn zum Übernachten in einer Einrichtung zu zwingen.“ Ein Grund für mögliche Ablehnung: Im Benedikt-Labre-Haus in Trier herrscht zum Beispiel striktes Alkoholverbot.

Das vom Caritasverband getragene Heim für Männer hat 25 Betten, die zurzeit belegt sind. „Dennoch wird dort niemand abgewiesen“, betont Hans-Werner Meyer, Leiter des Amts für Soziales und Wohnen der Stadt Trier. „Zur Not werden Feldbetten aufgestellt.“ Auch für Frauen gibt es entsprechende Angebote. Ackermann spricht aus, was auch für Saarbrücken gilt: „Niemand muss in Trier auf der Straße schlafen, wenn er das nicht will.“

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