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Erlebnisbad Schaumberg feiert sein Jubiläum am Samstag

Eigentlich ist das Freizeitbad schon 39 Jahre alt. Denn die Schwimmhalle Schaumberg wurde am 30. April 1975 eröffnet. 4,8 Millionen Mark hat das Bad damals gekostet. Das sind umgerechnet 2,45 Millionen Euro. Aus dieser Zeit stammen heute noch das Schwimm- und Nichtschwimmer- sowie das Außenbecken. Anfang 1976 wurde die Schwimmhalle in Panoramabad umbenannt. In den Folgejahren bauten die Verantwortlichen die Angebote weiter aus, von der Dampfsauna über größere Liegeflächen bis zur Bikinibar. Am 2. Oktober 1993 machte das Bad dicht. Die Erweiterung stand an. Mehr als 40 Firmen arbeiteten zeitgleich.

Am 1. Juni 1994 war die Neueröffnung des Schaumbergbades, des damals modernsten Freizeit- und Erlebnisbades im südwestdeutschen Raum. Nun mit einem richtigen Spaßbereich. Erweiterung und Umbau kosteten mehr als 26 Millionen Mark, etwa 13,32 Millionen Euro. Seit 2007 nennt sich die Einrichtung Erlebnisbad Schaumberg. Im Juni 2008 wurden der Veranstaltungsanbau Tablinium und der Biergarten eingeweiht, im Dezember 2010 die erweiterte Saunalandschaft Vicus. „Das Vorhandensein einer Schwimmhalle würde das Schaumberggebiet nicht nur als Erholungsschwerpunkt aufwerten, sondern auch den Bedürfnissen der Bevölkerung nach sinnvoller Freizeitgestaltung weitgehend entgegenkommen.“ So zitierte der Tholeyer Bürgermeister Anton Schäfer im April 1975 in der kleinen Eröffnungsfestschrift aus einem raumplanerischen Gutachten zum Standort der Schwimmhalle.

Diese Prognose hat das Bad sicherlich erfüllt. 250 000 Besucher zählt die Freizeiteinrichtung seit der Neueröffnung vor zwei Jahrzehnten im Jahresdurchschnitt. 1988 kamen die meisten: 320 827. Vergangenes Jahr waren es 240 000 Gäste, 200 000 im Bad und 40 000 in der Sauna. „Die Besucherzahl ist sehr wetterabhängig“, unterstreicht Bad-Geschäftsführer Jürgen Maldener. Ein verregneter Sommer führe zu großem Andrang, bei schönem Wetter sei es umgekehrt. Auswirkungen habe auch die Konkurrenz. In den vergangenen Jahren kamen das Calypso in Saarbrücken (2001), „Das Bad“ in Merzig (2003), „Das Blau“ in St. Ingbert (2005), das Wendelinusbad in St. Wendel (2008) und das Freizeitbad im Ferienpark am Bostalsee (2013) hinzu. Zudem verändere sich das Freizeitverhalten durch die Nachmittagsbetreuung an den Schulen. „In der Woche sind nachmittags weniger Kinder im Bad“, sagt Maldener. Trotz wachsender Konkurrenz, Tholey habe sich im Vergleich zu anderen Freizeitbädern im Saarland als „günstiger Allrounder“, als Bad für die ganze Familie positioniert.

Das stellte die Unternehmensberatung Altenburg in einem Gutachten fest. Eigentlich eine günstige Ausgangsbasis. Wenn nicht das jährliche Defizit von zuletzt einer Million Euro wäre. Das ist laut Altenburg für ein Bad dieser Größenordnung eigentlich erträglich. „Es ist aber für eine Gemeinde in der Größenordnung von Tholey nicht erträglich“, betont Bürgermeister Hermann Josef Schmidt (CDU). Zumindest nicht auf Dauer. Zumal Tholey als defizitäre Kommune seinen Haushalt jährlich um 250 000 Euro verbessern muss, um bis 2020 keine neuen Schulden mehr aufzunehmen. Und zumal nur 16 Prozent der Gäste aus der Gemeinde kommen.

Das Defizit muss runter. Auf etwa 500 000 Euro pro Jahr, so das Ziel des Bürgermeisters. Das soll durch verschiedene Projekte geschehen, wie geringere Öffnungszeiten, optimierte Gastronomie, weniger Ausgaben für Technik und Reinigung. Im September wird sich der Gemeinderat mit Vorschlägen befassen. „Die Zukunft des Bades ist eines der wichtigsten Themen in der Amtszeit des neuen Rates“, betont Schmidt: „Wir wollen das Bad halten. Wegen der Finanzierungslücke ist es aber in Gefahr.“ Trotz der Sorgen, am Samstag wird erst einmal Geburtstag gefeiert.
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