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Erleichterung bei Saargummi

Saargummi ist gerettet.

Saargummi ist gerettet.

Wadern. „Unser Gummi-Werk ist gerettet.“ Mit diesem Satz eröffnete Saargummi-Betriebsratschef Arno Dühr am Samstagmorgen in der Büschfelder Schlossberg-Halle die Betriebsversammlung. Großer Beifall brandete auf, ein paar Jubelrufe waren zu hören. Die Stimmung war eine ganz andere als zwei Wochen zuvor, als die Zukunft noch ungewiss, die Rettung zweifelhaft war. Auf Plakaten war mit harschen Sprüchen vor der Übernahme der insolventen Saargummi-Gruppe durch den chinesischen Investor CQLT gewarnt worden.

Am Samstag war nun im Saal eine große Erleichterung zu spüren über die nach zähen und harten Verhandlungen am 6. Mai erzielte Einigung auf einen Sanierungstarifvertrag mit genau diesem chinesischen Konzern. Die Meinung über CQLT hat sich offenbar geändert. „Die Bedenken sind ausgeräumt“, sagte etwa Saargummi-Mitarbeiter Ernst Mann. Ausschlaggebend für den 51-jährigen Büschfelder: die fünfjährige Standort- und Arbeitsplatzgarantie.



Ähnlich wie er äußerte sich eine ganze Reihe von Kollegen. „CQLT bietet das qualifizierteste Konzept, die längste Beschäftigungsgarantie und die geringste Personalanpassung“, begründete Dühr die Entscheidung von Betriebsrat und Gewerkschaft IG BCE für das chinesische Unternehmen und gegen die beiden anderen Interessenten, die indische Ruia Group und den polnischen Boryszew-Konzern.  „Ihr habt das Beste herausgeholt“, lobte Wirtschaftsminister Christoph Hartmann (FDP) den Erfolg, auch wenn dieser nach dem zwischenzeitlichen Abbruch der Verhandlungen durch die Arbeitnehmervertreter auf der Kippe gestanden hatte. „Wir können einen Schlussstrich ziehen unter eine lange Zeit der Unsicherheit.“ Ähnlich äußerten sich die anderen Politiker, Landtagsabgeordnete verschiedener Parteien sowie die Bürgermeister der Hochwald-Gemeinden, die zur Betriebsversammlung gekommen waren, um all die zu würdigen, die zur Rettung des Unternehmens beigetragen hatten.

„Wir haben jetzt viel Arbeit vor uns. Der Standort muss wieder ein positives Ergebnis erreichen“, sagte Betriebsratschef Dühr mit Blick auf die Zukunft. Das betonte auch Michael Lorig, Geschäftsführer der Saargummi International GmbH, der Entwicklungs- und Vertriebsgesellschaft von Saargummi. Er sprach im Auftrag von CQLT-Chef Wenqing Zhang zur Belegschaft, der am Freitag Richtung China abgereist war. „Wir sind noch nicht am Ziel“, sagte Lorig. „Dieser Standort ist nach wie vor nicht wettbewerbsfähig. Wir müssen an einem Strang ziehen“ – um die Produktivität zu steigern, den Krankenstand zu senken und die Ausschuss-Quote zu verringern.



Am 1. Juni soll CQLT die Regie in Büschfeld übernehmen. Dann soll „die Verantwortung auf CQLT Deutschland GmbH“ – so soll das Unternehmen künftig heißen – „übergehen“, sagte Insolvenzverwalter Udo Gröner.  Davor werde es aber noch eine weitere Insolvenz geben: Die SG Holding werde heute oder morgen Insolvenz anmelden, „ein notwendiger und abgesprochener Schritt“, beruhigte Gröner die Versammelten. Die SG Holding ist die Muttergesellschaft der Saargummi Deutschland und haftet für alle Verbindlichkeiten der Tochter. Wenn die SG Holding nicht in die Insolvenz ginge, hätte das neue CQLT-Unternehmen „270 Millionen Euro Verbindlichkeiten am Hals“ und könnte dann wohl gleich schließen, begründete Gröner die weitere Insolvenz einer Saargummi-Gesellschaft. mzt
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