L 365, Vollsperrung für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in der Ortsdurchfahrt Sitzerath, aufgrund eines liegengebliebenen Schwertransportes Für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen besteht keine Vollsperrung. (19.09.2017, 01:43)

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Ermittlungen dauern an: Totes Baby in Hilbringen vor einem Jahr gefunden



Hilbringen. Der Fund eines toten Babys hat vor genau einem Jahr Hilbringen geschockt. Die Leiche eines sieben Monate alten Jungen war in der Nacht zum Montag, 7. Februar, in einem Auto auf einem Tankstellen- Gelände entdeckt worden. „Zum einen bin ich erschüttert, dass es überhaupt zu einem solchen Ereignis kam, obwohl es viele unterschiedliche Hilfsund Unterstützungsangebote von Behörden und Sozialeinrichtungen für werdende und junge Mütter und auch für Menschen in besonderen Ausnahmesituationen gibt“, kommentierte damals in der SZ Ortsvorsteher Thomas Dorbach das Geschehen. „Zum anderen bin ich auch geschockt, dass sich dies in unserem Stadtteil zugetragen hat.“ Jedem Bürger und vielen Durchreisenden sind nach seinen Worten sowohl die Tankstelle als auch die dort beschäftigten Mitarbeiter bekannt.

„Auch die eingesetzten Beamten der Polizei, die Feuerwehrleute und die weiteren beteiligten Personen sind allen bekannt. Sie müssen das Erlebte verarbeiten“, ergänzte Dorbach, selbst Feuerwehrmann. „Wir sind in Gedanken alle bei dem kleinen Erdenbürger, der jetzt sicher als Engel beim lieben Gott weilt.“ Gegen 3.15 Uhr in der Früh hatten vier junge Leute die Polizei alarmiert: Unter Schock erzählten sie, dass sie eine Babyleiche gefunden hätten. Sofort rückten die Beamten auf das Gelände einer Tankstelle im Merziger Stadtteil Hilbringen aus. Was sie dort ansehen mussten, war grausam. Im Kofferraum eines aufgebrochenen Autos lag – eingepackt in einen Rucksack – ein totes Baby. „Die drei Männer im Alter von 22, 25 und 28 Jahren und eine 19-jährige Frau haben den toten Jungen, etwa sieben Monate alt, in einem Rucksack entdeckt“, sagte Polizeipressesprecher Georg Himbert damals der SZ. Das grauenerregende Bild dürfte sich bei den Vieren eingebrannt haben.

„Drei Notfallseelsorger haben die jungen Leute betreut, bis sie zur Vernehmung zur Kripo gebracht wurden“, berichtete damals Ruth Betzholz-Röder, Sprecherin der Notfallseelsorge und Krisenintervention im Kreis Merzig-Wadern. „Es reicht manches Mal schon aus, wenn einer da ist, der zuhört“, sagte sie. Auf den Inhalt der Gespräche wollte sie nicht eingehen. Zunächst wollte das Quartett den Beamten keinen reinen Wein einschenken, bis sie schließlich zugaben, das abgemeldete Auto aufgebrochen zu haben. Statt Wertgegenständen entdeckten sie die Leiche. Während die Polizei noch bei Dunkelheit ihre Ermittlungen aufnahm und Spuren sicherte, leuchteten zehn Mann der Freiwilligen Feuerwehr Hilbringen das Gelände aus. „Es war kein einfacher Einsatz – nicht nur wegen der Eiseskälte von minus zehn bis minus zwölf Grad“, wie Löschbezirksführer Rüdiger Bell verriet. Auch bei den Einsatzkräften saß der Schock über den grausigen Fund tief.

„Wir waren bis 8.10 Uhr vor Ort, mehr als vier Stunden.“ Im Laufe des Montags ermittelten die Beamten die Mutter des toten Säuglings, die ehemalige Halterin des Autos. Die damals 23-Jährige aus dem Kreis Merzig-Wadern wurde vernommen. Nach Mitteilung der Polizei gab sie zu Protokoll, das Kind, einen Jungen, im Juni 2011 zur Welt gebracht zu haben. Das Baby sei jedoch bei oder direkt nach der Geburt verstorben. Da sie mit der gesamten Situation nicht fertig geworden sei, habe sie das Baby in Tücher gewickelt und anschließend in einem Rucksack im Kofferraum ihres Autos abgelegt. Sowohl die Schwangerschaft als auch die Geburt habe sie versucht zu verheimlichen und gänzlich verdrängt, gab die junge Frau in der Vernehmung weiter an.

Kaum war der Name der Mutter des toten Babys durchgesickert, begann eine Hetzkampagne gegen eine andere junge Mutter, die den gleichen Namen trägt. Für geraume Zeit litten sie und ihre Familie schuldlos unter üblen Beschimpfungen. „Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen“, teilte Erik Schweitzer, Sprecher der Staatsanwaltschaft Saarbrücken, gestern auf SZ-Anfrage mit. Zwar hatten Rechtsmediziner der Uniklinik in Homburg die Obduktion der Leiche wenige Tage nach dem Fund abgeschlossen. Von Untersuchungen durch Gutachter außerhalb des Saarlandes erwarte man weitere Erkenntnisse, sagte Schweitzer. „Diese werden wir dann mit den Aussagen der Frau vergleichen.“ Dabei geht es auch um die Frage, ob das Baby bereits tot auf die Welt kam.


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