A620 Saarlouis - Saarbrücken Zwischen AS Saarbrücken-Luisenbrücke und AS Saarbrücken-Bismarckbrücke in beiden Richtungen mit Hochwasser ist zu rechnen Eine Einrichtung der Hochwasserumfahrung auf der A 620 für den späten Nachmittag/ Abend kann zur Zeit nicht ausgeschlossen werden. Die Verkehrsteilnehmer werden gebeten, ihre Fahrzeuge vorsorglich nicht im Umfahrungsbereich/ Gefährdungsbereich abzustellen und die mögliche Sperrung in die Fahrzeit einzuberechnen. (11.12.2017, 16:21)

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Ermunterung zum Fahrradklau? In manchen Gegenden ist der Drahtesel-Diebstahl risikolos

Symbolfoto.

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340 000 Fahrraddiebstähle im Jahr 2014, Tendenz stark steigend (plus 7,2 Prozent). Aber eine Aufklärungsquote von nur 9,6 Prozent, Tendenz gleichbleibend niedrig. Diese Zahlen haben die Politik alarmiert. Bevor der Drahteselklau vollends zum Massendelikt wird, sollten Polizeiarbeit und Technik verbessert werden, so die Forderung.

Harte Vorwürfe kamen vom Vorsitzenden des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), Ulrich Syberg. Der Staat bagatellisiere das Phänomen, sagte er der SZ. Die Polizei müsse mehr Fahndungsdruck aufbauen und beispielsweise mit Beamten in Zivil Fahrradabstellplätze überwachen. Städte wie München oder Magdeburg zeigten, dass deutlich höhere Aufklärungsquoten möglich seien, „wenn man das Problem ernst nimmt“. Zudem forderte Syberg mehr sichere Fahrradparkhäuser und Abstellplätze. Der ADFC schätzt den jährlichen Schaden auf 200 Millionen Euro. Das entspreche dem Wert aller gestohlenen Autos.

Der SPD-Innenpolitiker Burkhard Lischka sagte unserer Zeitung, viele Geschädigte verlören wegen der niedrigen Aufklärungsquote den Glauben an den Rechtsstaat und erstatteten nicht einmal mehr eine Anzeige. Den Hauptansatzpunkt sieht er bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität, denn ein Großteil der Delikte gehe auf Banden zurück, die aufwändige Technik einsetzten und mitunter ganze Keller leer räumten. Lischka: „Das geht ruckzuck.“ Die Koordinierungsstelle Organisierte Kriminalität beim Bundeskriminalamt müsse personell aufgestockt werden. Vom Fahrradklau sind laut einer aktuellen Auswertung der polizeilichen Kriminalstatistiken des Jahres 2014 durch das Verbraucherportal „billiger.de“ Städte stärker betroffen als das Land, der Osten und Norden mehr als der Süden. Das Saarland schneidet mit 102 Fällen je 100 000 Einwohner unter den Ländern am besten ab, während die Stadtstaaten Bremen (1094 Fälle je 100 000), Hamburg (914) und Berlin (899) fast zehn Mal so viele Fälle verzeichnen. Spitzenreiter aber ist die Stadt Cottbus mit 2030 Diebstählen je 100 000 Einwohner, Saarbrücken liegt mit 223 gestohlenen Fahrrädern weit hinten auf Platz 87 unter 100 deutschen Großstädten, Trier mit 373 auf Platz 73. Auch die Aufklärungsquoten unterscheiden sich stark. In Recklinghausen wird fast jeder zweite Dieb (47,3 Prozent) erwischt. In Saarbrücken liegt die Aufklärungsquote nur bei 8,1, in Trier bei 11,3 Prozent.

 

Meinung:
 

Rechtsfreier Raum

Von Werner Kolhoff

Die niedrigen Aufklärungsquoten bei Fahrraddiebstahl sind eine Schande. Nicht nur, weil sie offenbar von der Qualität der Polizeiarbeit abhängen. Sie sind auch eine Schande, weil hier ein quasi rechtsfreier Raum entsteht. Eine Einladung zum Massenklau. Was tun? Nicht nur die Innenminister sind gefordert, damit die Polizeien vielleicht doch einmal mit Sonderermittlern gezielt die Szene aufmischen. Auch die Industrie, die bessere Sicherungstechniken anbieten muss. Dann die Länder und Städte . Auch der Bundesgesetzgeber sollte sich nicht heraushalten. Warum muss beim Autoverkauf der Besitz lückenlos nachgewiesen werden, bei den oft sehr teuren Fahrrädern aber nicht? Mindestens über einen Einstieg in eine obligatorische Registratur bei allen Neufahrrädern sollte man nachdenken, um das Übel an der Wurzel zu packen.
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