L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

L125

Priorität: Dringend

20°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
20°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Erst händeringend gesucht, dann abgelehnt: Mathe-Lehrer kehren dem Saarland den Rücken

Saarbrücken. Im Saarland fehle es an weiterführenden Schulen an Lehrern in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern, wie etwa Mathe, Bio oder Chemie. Das zumindest teilte das Bildungsministerium noch im Mai mit (wir berichteten). Und kündigte an, „intensiv für das mathematisch-naturwissenschaftliche Lehramtsstudium zu werben“, um den Lehrermangel zu bekämpfen.

Dennoch haben nun nicht alle frisch ausgebildeten Lehrer, die in diesem Jahr ihr Referendariat in jenen Fächern abgeschlossen haben, tatsächlich ein Stellenangebot im Saarland erhalten. Wie zum Beispiel Sandra Mickler aus St. Ingbert. Obwohl die 30-Jährige ihr Referendariat im Saarland in diesem Jahr in den sogenannten Mangelfächern Biologie und Mathematik für das Lehramt an Gymnasien abgeschlossen hat, bot das Ministerium ihr keine Stelle an.

„Während des Referendariats habe ich immer wieder gehört, dass es in diesen Fächern Bedarf gibt“, sagt sie. Doch nicht nur ihr, auch anderen Kollegen sei es so ergangen. „Mindestens vier Naturwissenschaftler haben keine Stelle bekommen, davon zwei mit dem Fach Mathe und drei mit dem Fach Biologie“, erklärt die Lehrerin.

Besonders Bewerber mit mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern seien zu Beginn ihres Referendariats vor zwei Jahren „gerne eingestellt worden“, sagt sie. Die derzeitige Lage lasse aber vermuten, dass diese Referendare „unnötig zu fertigen Lehrern ausgebildet wurden“, schreibt sie in einem Brief an die Saarbrücker Zeitung, den auch zwei ihrer jungen Kollegen unterzeichnet haben. „Uns bleibt nichts anderes übrig, als in andere Bundesländer abzuwandern“, sagen die Pädagogen.



Sandra Mickler hat sich deshalb in Rheinland-Pfalz beworben und dort eine feste Stelle an einem Trierer Gymnasium bekommen. „Dort habe ich direkt eine Zusage gekriegt“, freut sie sich. Ihre beiden jungen Kollegen sind nach Baden-Württemberg gezogen, weil auch sie im Saarland keine Stelle bekommen haben.

Das Bildungsministerium schätzt den Sachverhalt anders ein. Demnach haben fünf der 19 Referendare in naturwissenschaftlich-mathematischen Fächern kein Stellenangebot erhalten. Bevor Stellenangebote ausgegeben worden seien, hätten diese Referendare teilweise erklärt, dass sie keine Anstellung im Saarland benötigen würden. „Zum Beispiel wegen eines Wechsels in ein anderes Bundesland“, erklärt Ministeriumssprecher Erik Harms. Zudem könne nicht allen saarländischen Bewerbern eine Stelle angeboten werden, da auch Bewerber aus anderen Bundesländern berücksichtigt worden seien. „Eine generelle Bevorzugung saarländischer Bewerberinnen und Bewerber ist aus rechtlichen Gründen nicht möglich“, sagt der Sprecher.

Neun Referendare haben laut Ministerium eine unbefristete Stelle bekommen – sechs an Gymnasien, drei an Gesamtschulen. Einer sei befristet an einem Gymnasium angestellt worden. Vier fertig ausgebildete Referendare hätten ein Stellenangebot des Saarlandes abgelehnt, etwa weil sie in ein anderes Bundesland umgezogen seien. Für das Schuljahr 2010/11 seien, so das Ministerium, sämtliche frei gewordenen Planstellen besetzt worden.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein