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Erst kehren, dann schaufeln: Saarländischer Unternehmer erfindet Wunderbesen

Nicht nur kehren: Der neue Wunderbesen von  Francesco Sanzo ist zusätzlich Schaufel und Kantenschneider.

Nicht nur kehren: Der neue Wunderbesen von Francesco Sanzo ist zusätzlich Schaufel und Kantenschneider.

Saarbrücken. Francesco Sanzo (63) ist ein Tüftler: Verschiedenste Dinge hat der frühere Ensheimer Bauunternehmer bereits erfunden – einen sparsamen Motor, einen Hausanker, Dachdeckerzubehör. Manches existiert nur auf dem Papier, sein jüngstes Produkt allerdings hat es zur Marktreife geschafft: Ein Wunderbesen, der Besen, Schaufel und Kantenschneider vereint.

 „Sanzofix“  kombiniert mehrere Werkzeuge

„Auf den Baustellen habe ich mich immer geärgert, dass ich beim Aufräumen mehrere Werkzeuge brauchte“, erzählt Sanzo. „Viel praktischer wäre es doch, sie einfach zu kombinieren.“ Damit war die Idee zu seinem „Sanzofix“ geboren. Bereits vor sieben Jahren hat der Bauunternehmer erste Entwürfe gezeichnet, diese dann aber immer wieder verbessert. Mal waren die Borsten des Besens zu kurz, mal das Blech der Schaufel zu dünn, der Stiel musste stabil genug auch für den Einsatz auf einer Baustelle sein. Dann gab es verschiedene Versuche mit künstlichen und mit Naturborsten. Der ersten Patentanmeldung 2006 folgte eine weitere Patentanmeldung im vergangenen Jahr, jetzt ist Sanzo mit dem Ergebnis weitgehend zufrieden.

Besen im persönlichen Gespräch präsentieren

Nun steht der Erfinder vor der Aufgabe, seinen Wunderbesen an den Mann zu bringen. „Am besten ist es, wenn man den Besen einfach vorführt“, sagt Heinz Niederländer, der Sanzo bei Planung und Vertrieb unterstützt. Deshalb gilt es jetzt vor allem, den Besen im persönlichen Gespräch bei Bauunternehmen zu präsentieren. „Wir hatten schon erste Kontakte“, sagt Sanzo wenige Tage nachdem er mit seinem Besen an den Start gegangen ist. Doch nicht nur der Direktvertrieb soll die Kunden für seinen Sanzofix begeistern, Sanzo will sie auch über Baumärkte verkaufen. Und auch im Internet ist der Besen zu haben, der mit knapp 50 Euro nicht ganz billig ist. „Dafür produzieren wir auch vor Ort“, sagt Sanzo. Stiele und Bleche werden im Saarland gefertigt, die Besenköpfe kommen aus Norddeutschland.

 „Ich mache das nicht wegen des Geldes, ich mache das einfach gerne“

Sanzo hat beim Vertrieb keine Eile. Der Italiener, der bereits als Jugendlicher nach Deutschland gekommen ist und sich vom Hilfsarbeiter zum Unternehmer hochgearbeitet hat, hat nach dem Verkauf seiner Baufirma eigenen Angaben zufolge ausreichend Rücklagen, um nicht auf wirtschaftlichen Erfolg angewiesen zu sein. „Ich mache das nicht wegen des Geldes, ich mache das einfach gerne“, sagt er.

Dabei läuft das Geschäft nicht so schlecht an: In der ersten Woche hat die „Seniorenfirma“, die aus Sanzo, Heinz Niederländer und dessen Frau Barbara besteht bereits 13 Besen verkauft, „einen davon über das Internet“. Und der französische Fernsehsender TF1 habe 300 Stück bestellt, die jetzt per Teleshopping einen Besitzer finden sollen.

Wenn der Besen angelaufen ist, kann Sanzo sich dann wieder seinen anderen Projekten widmen. Neben einer unabhängigen Energieerzeugung für Eigenheime sind es auch literarische Projekte. Denn der kreative Tüftler hat auch noch zahlreiche Bücher geschrieben. Aktuell eines über Korruption am Bau.

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