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Erste-Hilfe-Ausbildung soll reformiert werden

Wiederbelebung, stabile Seitenlage, Druckverband am Arm – in Erster Hilfe sind viele Bürger nicht fit. Auch wenn die meisten sich selbst anders einschätzen. Nach Informationen der Saarbrücker Zeitung soll deshalb jetzt die Ausbildung in Deutschland umfassend reformiert und attraktiver gemacht werden. Künftig werden die Kurse für Führerscheinbewerber und Ersthelfer in den Unternehmen bundesweit vereinheitlicht. In Kraft treten sollen die Pläne bereits zum 1. April, wie von Regierungsseite auf Nachfrage bestätigt wurde.

Die Lehrgänge werden sich demnach stärker an der Praxis orientieren und sich auf lebensrettende und einfache Erste-Hilfe-Maßnahmen konzentrieren. Zugleich wird die Dauer der Ausbildung deutlich gestrafft. Bislang müssen Ersthelfer in den Betrieben oder Übungsleiter 16 Unterrichtseinheiten absolvieren, künftig werden es noch neun á 45 Minuten sein. Die Schulung wird auf einen Tag begrenzt. Alle zwei Jahre müssen die Ersthelfer eine Fortbildung durchlaufen. „Jeder Betrieb und alle Branchen in Deutschland sind davon betroffen“, so Arbeitsschutzexperte Horst Reuchlein von den deutschen Unfallversicherungsträgern. Die Kurse werden dann um die 30 Euro kosten.

Demgegenüber galt für Auto- oder Motorrad-Führerscheinbewerber bisher, dass sie lediglich die Teilnahme an „lebensrettenden Sofortmaßnahmen“ nachweisen müssen, einem acht Einheiten umfassenden Lehrgang. Er fällt weg. Auch sie müssen dann neun Unterrichtsstunden in Erste Hilfe durchlaufen. Verpflichtende Auffrischungskurse für Verkehrsteilnehmer sehen die Pläne allerdings nicht vor. Nach Angaben des ADAC fallen damit auch die inhaltlichen Unterschiede zwischen den Sofortmaßnahmen und der zweitägigen Erste-Hilfe-Ausbildung am Unfallort weg, den beispielsweise Lkw-Fahrer nachweisen müssen. Insgesamt werde die Erste Hilfe vereinheitlicht und „aufgewertet“.

Laut einer Studie des ADAC und Deutschem Roten Kreuz ist die Akzeptanz der Erste-Hilfe-Ausbildung in Deutschland insgesamt eher gering, auch die „Lernwirksamkeit“ sei wegen der Überfrachtung des Unterrichts „eingeschränkt“. Dem soll mit der vom Bundestag bereits auf den Weg gebrachten Reform Rechnung getragen werden. Der Umfrage zufolge wissen über 67 Prozent der Deutschen nicht, was an einem Unfallort zu beachten ist. Überzeugt davon, im Ernstfall nützlich zu sein, seien die meisten Autofahrer dennoch. Doch bei jedem Dritten liege der letzte Erste-Hilfe-Kurs mehr als zehn Jahre zurück.
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