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Erstochen und verbrannt: 24-Jähriger soll in Trier Schülerin ermordet haben – Prozess gestartet

Das Leben einer 16-Jährigen endete an einem Bahndamm neben Plastiktüten und Müll im Gebüsch. Die Schülerin wurde erst erstochen, ihre Leiche dann verbrannt. Knapp sechs Monate nach dem grausamen Verbrechen beginnt am heutigen Montag vor dem Landgericht Trier der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter: einen 24-Jährigen, der die Jugendliche gekannt und in ihrer Nachbarschaft gewohnt hat. Die Anklage lautet auf Mord – denn nach Ansicht der Trierer Staatsanwaltschaft hat der Mann die Schülerin getötet, um eine andere Straftat zu verdecken.

Was war passiert? Der Bekannte hatte das Mädchen laut Anklage nach einer Feier auf dem Weg zum Hauptbahnhof Trier begleitet. Dabei plante er demnach, die 16-Jährige auf einem abgelegenen Fußweg entlang der Bahngleise zu vergewaltigen. Sein Vorhaben sei jedoch an der heftigen Gegenwehr des Mädchens gescheitert. „Aus Sorge“, sein Handeln könne entdeckt werden, habe er der 16-Jährigen dann mit einem Klappmesser vier tödliche Stiche in den Oberkörper versetzt, teilt die Staatsanwaltschaft mit.

Die Tote habe er zunächst an einer dunklen Stelle im Gebüsch abgelegt. Einen Tag später soll er die Leiche mit Brandbeschleuniger angezündet haben, „um auf diese Weise sämtliche Spuren zu beseitigen“. Die noch brennende Leiche wurde von einem Passanten entdeckt, der Mann konnte wenig später festgenommen werden. Der Haftbefehl folgte kurz darauf. Es gebe mehrere Indizien dafür, dass der 24-Jährige die Schülerin vergewaltigen wollte, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Am Tatort sei ein Seil gefunden worden, das dem Mann zugeordnet werden könne – und das er nach Ansicht der Ermittler zuvor dort deponiert habe. Zudem habe die Auswertung seines Computers ergeben, dass er sich vor der Tat „intensiv“ mit dem Thema Vergewaltigung beschäftigt habe.

Kein normaler Fall für die Anklagebehörde: „Die Gesamtumstände sind schon ein Stück weit ungewöhnlich, was das Verbrennen der Leiche angeht“, sagt Triers Leitender Oberstaatsanwalt Peter Fritzen. Der 24-Jährige habe bereits gestanden, seine Bekannte getötet zu haben. Als Grund habe er aber einen Streit angegeben.

Das Verbrechen hatte in der Region Trier für großes Entsetzen gesorgt. Mehr als 1000 Menschen hatten in einem Trauermarsch Abschied von der 16-jährigen genommen. Die Eltern sind mittlerweile von Trier in die Eifel gezogen, weil sie die Nähe zum Tatort nicht mehr ertragen konnten, sagte deren Anwalt Otmar Schaffarczyk. Er wird die Eltern im Prozess als Nebenkläger vertreten. Die Eltern seien „entsetzt“ gewesen, als sie hörten, dass es sich „um ein kaltblütiges Verbrechen“ handeln soll. Zuvor seien sie davon ausgegangen, dass die Tat Folge eines eskalierten Streits gewesen sei. Die 16-Jährige und der mutmaßliche Täter seien sich zwar „näher bekannt gewesen, waren aber in keiner Beziehung“, sagte der Anwalt. „Es waren Nachbar-Jugendliche, die sich kannten.“ Der Prozess ist bis Ende November terminiert – rund 50 Zeugen sind geladen.

Am Tatort ist mittlerweile eine Gedenkstätte für das Mädchen entstanden. Blumen, Kerzen und Keramik-Engel um ein weißes Kreuz erinnern an das Schicksal der 16-Jährigen.

„Ich werde dich immer lieben und nie vergessen. Deine Mutti“, steht auf einem roten Papier, das an einem Baum darüber befestigt ist.
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