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Erweiterte Wildtierstation Eppelborn eröffnet

In der wiedereröffneten Eppelborner Wildtierauffangstation werden Igel und andere Säuger in Not umsorgt.

In der wiedereröffneten Eppelborner Wildtierauffangstation werden Igel und andere Säuger in Not umsorgt.



Eppelborn.
Der kleine Igel aus Box Nummer fünf ließ die Feierstunde unaufgeregt über sich ergehen. Ohne Murren ließ sich das Stacheltier von Saar-Umweltministerin Anke Rehlinger (SPD) bei der Wiedereröffnung der Wildtierauffangstation in Eppelborn am Freitag beim Fototermin halten und streicheln. Rund ein Jahr war die Station für verletzte oder hilflose Wildtiere wie Igel, Füchse, Marder oder Dachse an der Forstarbeiterschule des Saarforst Landesbetriebs wegen Umbaus geschlossen (wir berichteten). Die Fertigstellung hatte sich mehrfach verzögert. Jetzt ist Eppelborn wieder eine von vier staatlich anerkannten Auffangstationen für Wildtiere, die das Land finanziert. „Ein wichtiger Bestandteil des Netzes unserer Wildtierauffangstationen ist wieder einsatzbereit“, freute sich Rehlinger. Rund 86 000 Euro seien in die „tiergerechtere“ Erweiterung investiert worden.

Auf rund einem halben Hektar Fläche finden sich nun Außen- und Innengehege für bis zu 100 Tiere, sagte Uwe Tobä vom Saarforst Landesbetrieb, der die Anlage seit 2008 hauptamtlich betreibt. Nach Dienstschluss kümmern sich ehrenamtliche Helfer um die Tiere; derzeit sind ausschließlich Igel zu Gast, die zu schwach, elternlos oder krank sind. Ihnen und anderen „Wildtieren in Not eine Heimat zu geben“, bis sie wieder ausgewildert werden können, sei das Anliegen aller Helfer und der Landesregierung, sagte die Ministerin – und ein Signal für den Tierschutz. Neben der Eppelborner Station für Säugetiere, die komplett aus Landesmitteln finanziert wird, gibt es im Land drei weitere anerkannte Einrichtungen, alle für gefiederte Patienten.

Eulen, Greif- und andere Großvögel werden in Weiskirchen-Rappweiler (seit 1990) und Blieskastel (seit 2011) gepflegt, Kleinvögel in Wadern-Morscholz (seit 2009). Privatpersonen betreiben sie im ehrenamtlichen Rundum- Einsatz, das Land zahlt für ihre Auslagen. Rund 50 000 Euro halte man jährlich für alle vier geförderten Stationen vor, erklärte Rehlinger. Um die Kostenbeteiligung hatte es im Sommer Streit mit Kleinvogel-Stationen gegeben, von Aufgabe war auch in Morscholz die Rede gewesen. Es habe Unklarheiten in Sachen Förderung und Missverständnisse gegeben, räumte die Ministerin ein.

„Wir werden uns noch einmal zusammensetzen.“ Angesichts der Haushaltsnotlage müsse es indes Fördergrenzen geben. Gleichzeitig warb Rehlinger um weitere ehrenamtliche Betreiber für Kleinvögel- Stationen. Eine Station reiche hier nicht aus. „Unser Ziel ist eine bessere räumliche Abdeckung des Landes.“ Man sei „sehr dankbar“ für bestehendes ehrenamtliches Engagement – und hoffe auf noch mehr Unterstützer. Rund 1000 Kleinvögel, 200 Großvögel und bis zu 100 Säugetiere in Not würden jährlich versorgt. Dazu kommen Tiere in nicht geförderten Pflegestellen im Land, betrieben etwa von Tierschutzvereinen. Die Ministerin und der Saarforst Landesbetrieb wiesen in Eppelborn auch auf artgerechte Pflege und Auswilderung der Tiere hin (mit wenig Kontakt zu Menschen; hier setzten Kritiker immer wieder an). Igel & Co. würden fachkundig betreut und seien ungestört, bis sie fit sind für die Wildnis.

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