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"Es ist sehr schön hier": Die Saarbrücker Folsterhöhe ist besser als ihr Ruf

Saarbrücken. Von der Drachenburg sind es nur etwa zwanzig Meter bis zum Dreizehner. Nein, das ist keine Beschreibung eines Ferienparks oder eines Rummels. Es geht um die Folsterhöhe. Am Freitag lud das Caritas Kontaktzentrum Folsterhöhe Besucher ein, einen Blick hinter die Kulissen der Siedlung zu werfen. Wie sieht es eigentlich aus auf der Folsterhöhe? Was für ein Leben spielt sich dort ab?

1964 zogen erste Bewohner in Hochhaussiedlung

„Nur wenige kommen zufällig an der Siedlung in Alt-Saarbrücken vorbei“, sagt Claudia Bickel vom Caritas Kontaktzentrum Folsterhöhe. Und das obwohl die Siedlung schon ziemlich lange das Stadtbild Saarbrückens prägt. 1964 zogen die ersten Bewohner in die Hochhaussiedlung, die nur aus drei Straßen besteht: Hirtenwies, Vogelsborn und Königsbruch. An den Straßen stehen sechs sechsstöckige Wohngebäude, zwei Dreizehnstöckige und ein Gebäude mit 16 Stockwerken.

Stolz auf ihr Gebäude - starkes Gemeinschaftsgefühl

Das letztgenannte ist die Drachenburg. „Bewohner der Siedlung nennen das Gebäude so, da hier ziemlich viele ältere Damen leben“, erzählt Claudia Bickel. Und diese Bewohnerinnen achten genau darauf, dass keiner in ihrem Gebäude randaliert oder die Wände mit Graffiti besprüht. Daher der Name Drachenburg. „Sie sind stolz auf ihr Gebäude und halten sehr als Gemeinschaft zusammen“, sagt Johannes Sinnwell, ebenfalls vom Caritas Kontaktzentrum Folsterhöhe. Im Flur ist der Plattenbau mit Ornamenten aus Gips verschönert und fast jede Bewohnerin stellt vor die Tür ein kleines Blumenarrangement hin.

So schön und sauber sieht es in den Gebäuden mit den 13 Stockwerken nicht aus. Hier sind die Wände mit Graffiti besprüht. Die beiden Gebäude sind auch die Sorgenkinder in der Siedlung. Im Gegensatz zu den sechsstöckigen Häusern sind diese in den letzten Jahren nicht saniert worden. Der Leerstand in den Gebäuden mit 13 Stockwerken, der sich langsam aber sicher auf die zwanzig Prozent Marke bewegt, spielt dabei eine Rolle. „Die Mieten sind in Ordnung, aber die Nebenkosten sind fast genauso hoch wie die Miete“, erklärt Sinnwell. Und diese Gebäude prägen das Bild der Siedlung nach außen.

Siedlung sehr gepflegt

Sie sind im Gegensatz zu den anderen von der Metzer Straße aus zu sehen. Dabei ist die Siedlung sehr gepflegt. „Die Siedlungsgesellschaft der Folsterhöhe, der die Gebäude gehören, kümmert sich intensiv um das Aussehen der Siedlung“, sagt Claudia Bickel. Das bestätigt auch die Bewohnerin der Siedlung, Irina Alekseeva (41). Sie wohnt schon seit 15 Jahren auf der Folsterhöhe. „Es ist schön, wie alle Bewohner hier zusammenhalten“, sagt sie.

Doch woher kommt der schlechte Ruf der Folsterhöhe? Die Lage spielt dabei eine Rolle. Zur selben Zeit wie die Folsterhöhe entstand auch die Hochhaussiedlung auf dem Eschberg – allerdings wurden dort in der näheren Umgebung auch kleinere Häuser gebaut.

Die Siedlung dort fügte sich besser in das Stadtbild ein, während die Folsterhöhe abseits liegt ohne direkte Verbindung zu anderen Wohngebieten , so Sinnwell.

Heidi Schweitzer aus Fechingen kam nach Alt-Saarbrücken, um sich die Folsterhöhe mal anzuschauen, von der man ja schon so viel gehört hat. Nach dem Rundgang war sie positiv überrascht: „Es ist wirklich schön hier, und die Leute sind sehr nett. Die Vorurteile, die es gegen diese Siedlung gibt, sind falsch“, sagt sie.

Gemeinschaft und Vielfalt

Während es draußen schon wieder regnet, sitzen einige Bewohner im Treffpunkt „Folschder Cafétass“, und haben russische Spezialitäten für die Gäste zubereitet.

Ein Duo spielt auf dem Bajan, einem russischen Musikinstrument. Das ist das, was auf der Folsterhöhe zählt: „Die Gemeinschaft und die Vielfalt“, sagt Alekseeva.

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