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"Es wird schon in der Qualifikation eng"

Berlin. Wer zurzeit versucht, Bianca Kappler anzurufen, erhält immer wieder die gleiche Nachricht: "Der gewünschte Gesprächspartner ist vorübergehend nicht erreichbar." Seit fast zwei Wochen hält die Funkstille der Weitspringerin vom LC asics Rehlingen an.

Einen Tag vor ihrem ersten Sprung bei der WM in Berlin war aber bei einer Pressekonferenz noch einmal Gelegenheit für Fragen. "Bei der WM in Osaka konnte ich mit niemandem telefonieren, weil mein Handy nicht funktionierte. Ich habe damals festgestellt, dass mir die Ruhe vor dem Wettkampf sehr gut tut. Also habe ich beschlossen, das Telefon diesmal gleich auszuschalten", verriet die 32-Jährige mit einem verschmitzten Lächeln.

Viel Ruhe hatte Kappler zuvor tatsächlich nicht. Ein Interview-Marathon lag hinter ihr. "An die 100 Mal", glaubt sie, hat sie die Geschichte ihres Comebacks nach dem Achillessehnenriss kurz vor den Olympischen Spielen 2008 erzählt. Die Geschichte von Tränen, Zweifeln und dem eisernen Willen, es noch einmal zu schaffen. Auch gestern erzählte sie sie wieder. Aber sie tat es bereitwillig und mit einem Lächeln. So, als wäre sie glücklich, dass sie die Geschichte überhaupt erzählen kann. Kappler wirkte entspannt, kein Anzeichen von Aufregung. "Das kommt, wenn ich zum ersten Mal die Wettkampfstätte betrete, die Konkurrentinnen sehe", sagte sie.

Aber bis dahin wollte sie sich keinem Trubel aussetzen. Nicht einmal ins Stadion ging sie, um sich andere Wettkämpfe anzusehen. Im Bundesleistungszentrum in Kienbaum genoss sie in den letzten Tagen vor der WM ungewohnte Ruhe. "Dort konnte ich endlich richtig viel schlafen. Außerdem hatte ich sechs Bücher eingepackt. Drei davon habe ich schon gelesen", erzählte sie. Das vierte, den neuen Wälzer von Ken Follett, hat sie gerade begonnen.

Trainiert hat Bianca Kappler in Kienbaum natürlich auch - und ist mit dem Ergebnis zufrieden. "Wir haben gezielt den Sprint trainiert und meine Kraftwerte getestet. Das sieht alles sehr gut aus", sagte sie. Gut für den großen WM-Auftritt, der heute um 18 Uhr beginnt und direkt ins Finale am Sonntag führen soll. Unter die letzten Acht will sie kommen. "Es wird aber schon in der Qualifikation eng. Es sind allein vier starke Russinnen im Feld. Ich denke, ich werde eine Weite zwischen 6,60 und 6,70 Metern brauchen", sagte Kappler. Aber sie fühlt, dass es weiter gehen kann: "Ich sollte in der Lage sein, 6,80 Meter zu springen." 
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