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Eugen Hachs Weg zurück ins normale Leben


Vor einem Jahr hat Eugen Hach nach einer Hirnoperation mit dem Tod gekämpft. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich der 48-Jährige zurück in ein (fast) normales Leben gekämpft.


Saarbrücken. An Weihnachten 2007 fehlt Eugen Hach jede Erinnerung. Für Trixi Hach und die beiden Kinder Yanna und Yannic war es "ein fürchterliches Fest". Denn nur wenige Tage zuvor war Eugen Hach, der ehemalige Profi-Fußballer und Trainer, der zuletzt Sportdirektor beim Regionalligisten SV Elversberg war, nach einem Hirnschlag im Saarbrücker Klinikum operiert worden. Siebeneinhalb Stunden lang. Viele Tage zwischen Hoffen und Bangen folgten. Lange war ungewiss, ob Eugen Hach den Kampf mit dem Tod gewinnen würde.

Er hat es geschafft. Immer noch gehandicapt zwar. Aber nach wie vor mit unerschütterlichem Optimismus. Ein Jahr danach dürfen sich deshalb auch Eugen Hach und seine Familie wieder auf Weihnachten freuen. "Es wird unser schönstes Fest werden", sagt Trixi Hach, die seit 19 Jahren mit Eugen verheiratet ist. Der Tannenbaum im Haus in Alsting ist schon seit Tagen geschmückt. "Im vergangenen Jahr hatten wir gar keinen", erzählt Yannic. Da lag Eugen auf dem Winterberg noch im Koma.

"Als ich aufwachte und merkte, dass mein Kopf zwar klar war, mein Körper jedoch nicht so wollte wie ich, war das zunächst ein

fürchterlicher Schlag für mich", erinnert sich der 48-Jährige. Aber auch daran, "dass ich keine Sekunde daran gedacht habe aufzugeben". Vom ersten Tag an hat Eugen Hach sich gegen das Schicksal gestemmt. Schritt für Schritt hat er sich in den vergangenen zwölf Monaten zurück ins Leben gekämpft. Lang und dornenreich war der Weg. Sein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Aber die Fortschritte sind enorm.

Die Bewegung ist auch heute noch eingeschränkt.  Auch die Augen müssen wieder koordiniert sehen lernen. Doch es wird von Tag zu Tag besser. Gehen kann er mit vorsichtigen Schritten mittlerweile schon wieder ohne Stock - beeindruckendes Ergebnis ungezählter Trainingsstunden. Gleich nach der Operation bei der Reha auf dem Saarbrücker Sonnenberg, danach in Quierschied. Jetzt drei Mal zwei Stunden pro Woche ambulant in Malstatt und beim privaten Krafttraining in einem Studio in Güdingen.

Diese Plackerei zahlt sich aus. So allmählich kommt der gesamte Bewegungsapparat wieder in Schwung. "Doch ich werde noch viel Geduld aufbringen müssen", ist sich der gebürtige Pfälzer im Klaren und bereit, "mich auf dem Weg in ein normales Leben weiter zu schinden". Ganz Eugen Hach, das Kampfschwein. "Man muss lernen, sich auch über die kleinsten Erfolge zu freuen", sagt er "und vor allem auch Rückschläge wegzustecken."

Eugen Hach hat auch gelernt, dass Selbstmitleid in diesem Prozess nichts zu suchen hat. "Ich weiß, dass ich immer noch viel besser dran bin als die allermeisten, die den gleichen Kampf bestehen müssen", spricht er all denen Mut zu, die wie er auf dem beschwerlichen Weg zurück sind. Eugen Hach ist unendlich dankbar dafür, "dass ich in dieser schweren Zeit immer in guten Händen war. Bei der Familie, den Freunden, bei all den Ärzten, die sich um mich kümmern, bei den Pflegerinnen und Pflegern und den Reha-Trainern."

Auch der Zuspruch, der immer noch von den Vereinen, für die er als Spieler oder Trainer tätig war, baut auf. "Ich bin nicht vergessen, es geht mir gut", sagt Eugen Hach. 

Meinung

Ein Beispiel für viele

Von SZ-Redakteur Klaus Kalsch

Ein Jahr nach seiner schweren Hirnoperation und dem wochenlangen Kampf mit dem Tod kann Eugen Hach wieder (fast) normal leben. Ein Wunder ist das sicher nicht. Aber ein Beweis dafür allemal, dass der Glaube an sich selbst auch in aussichtslosen Situationen Berge versetzen kann. Eugen Hach ist deshalb auch ein Vorbild für all jene, die sich in diesem Kampf überfordert fühlen und sich frühzeitig kampflos in ihr Schicksal ergeben. Der Fußballer hat damit wertvollere Zeichen gesetzt, als er es jemals auf dem Sportplatz tun konnte.

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