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Eurobahnhof: Neues Kunst-Projekt will Saarbrücken beleben

»Ausgang City/Aufgang Nord« heißt das  Projekt, das der Stuttgarter Kurator Kai Bauer im Auftrag der Stadt organisiert.

»Ausgang City/Aufgang Nord« heißt das Projekt, das der Stuttgarter Kurator Kai Bauer im Auftrag der Stadt organisiert.

Saarbrücken. Als klein empfinden wir eine Stadt, wenn wir uns nur auf gewohnten Pfaden bewegen. Wo etwa trifft sich der Saarbrücker in der Regel, wenn er ausgeht „in die Stadt“, Freunde sehen will? In der Bahnhofstraße oder am St. Johanner Markt. Horizont-Erweiterung könnte man daher nennen, was der Stuttgarter Kai Bauer jetzt vorhat. „Ausgang City/Aufgang Nord“ heißt sein Projekt, das er im Auftrag der Stadt organisiert. Mit Kunst will er nicht nur Einheimische, auch Touristen verführen, im Hauptbahnhof nicht wie gewöhnlich den Weg Richtung Innenstadt, sondern Richtung Stadtquartier Eurobahnhof zu wählen. Auf ein Gelände, das sie sonst meiden, weil es dort – angeblich – nichts zu sehen gibt. Auch mit einer anderen festen Vorstellung räumt der Stuttgarter auf: Kunst im öffentlichen Raum muss nicht immer ein fertiges Produkt sein, eine Skulptur etwa, die man für die Ewigkeit irgendwo platziert. „Im Industriezeitalter ging es um die Herstellung von Waren, aber wir leben heute im Informationszeitalter, da steht der informationelle Mehrwert im Vordergrund“, sagt er dazu. Das Relevante an Kunst sei heute, dass sie einen Diskurs auslöse, Wahrnehmungen des städtischen Raums verändere, eine Struktur schaffe, aus der sich lebendiges Stadtleben entwickeln könne.

Projekte, die extra für Saarbrücken entstehen

„Temporäre Kunstprojekte“ will Bauer deshalb in Saarbrücken organisieren – wie er das auch schon in Berlin und Langenhagen gemacht hat. Sechs junge Künstler aus dem Saarland, Luxemburg und dem Rest der Republik hat der Kurator eingeladen, im Laufe des Jahres in der Landeshauptstadt Projekte zu realisieren.

Er hat ihnen dafür Orte vorgeschlagen, die er spannend findet, auch in der City. Was sie dort genau machen werden, ist aber bei einigen noch offen. Denn es seien ja keine fertigen Projekte, sondern neue, die exklusiv für Saarbrücken entstehen, wie Bauer erklärt.

Bereits fest steht das Projekt „Performance-Express“ von Byung Chul Kim, der den Auftakt macht. Der in Stuttgart lebende koreanische Künstler lädt zu Sonderzugfahrten über die Grenze ein. Dabei möchte er Profis und Amateure dafür gewinnen, während der Fahrt künstlerische Performances (Vorstellungen) zu geben. Die Performer (Künstler) reisen gratis mit. Drei Fahrten sind geplant. Am 15. Mai geht's von Saarbrücken nach Metz (und zurück), wo an diesem Tag das Centre Pompidou eröffnet wird, am 8. Juni nach Luxemburg und im Herbst mit dem TGV nach Paris.

Projekte und Events den Sommer über

Im Juni wird Bernardete Fernandes, Meisterschülerin der Hochschule für Bildende Kunst, im Nauwieser Viertel mit einer Ziege die „städtische Flora“ erkunden. Anfang Juli will der Maler, Objektkünstler und (Laptop-)Musiker Jürgen Palmtag ein Projekt auf dem Eurobahnhof-Gelände präsentieren, flankierend dazu sind Events von HBK-Studierenden vorgesehen. Die Luxemburgerin Simone Decker kommt im September. Von ihr erwartet Bauer, dass sie sich mit existierenden Saarbrücker Skulpturen befasst. Den Abschluss macht im November das Duo Köbberling/Kaltwasser. Die beiden arbeiten gerade in Texas an einem Projekt zum Thema Eisenbahn und Sitzgelegenheiten. „Ich bin gespannt, wie sie diese Idee weiterentwickeln“, sagt Bauer. In Saarbrücken wollen sie mit Anwohnern des Eurobahnhof-Geländes zusammenarbeiten.

Auf einen Blick

Das Projekt „Ausgang City/Aufgang Nord“ bringt „Temporäre Kunstprojekte“ nach Saarbrücken. Die Stadt gibt dafür 40 000 Euro aus. Das Projekt gehört zur Reihe „Kunstraum.Saarbrücken 2010“. Das Projekt beginnt, wenn Byung Chul Kim vom 9. bis 12. Mai im Foyer des Saarbrücker Hauptbahnhofs sein Reisebüro für den Performance-Express eröffnet. Künstler, die mitfahren wollen, können sich als Performer bewerben oder auch ein Ticket erstehen. sbu 
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