A8 Luxemburg Richtung Saarlouis AS Perl Gefahr durch ungesicherte Unfallstelle, gefährliche Situation in der Ausfahrt (01:31)

A8

Priorität: Sehr dringend

13°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
13°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Europa-Galerie: Geschäfte am Markt sehen Gefahr

Saarbrücken. Die neue Europa-Galerie lockt mit 110 Geschäften, darunter auch Filialen von Unternehmen, die bislang in Saarbrücken nicht vertreten waren. Da gibt’s viel Mode, Elektronik, Geschenkartikel, Lebensmittel – und rund 1000 Parkplätze. Jetzt beginnt für die Einzelhändler am St. Johanner Markt eine neue Zeit – das Leben mit der großen Konkurrenz. Viele beäugen das Einkaufszentrum skeptisch oder fühlen sich bedroht.
„Die Europa-Galerie ist natürlich eine Gefahr für unser Geschäftsmodell, der Fachhandel braucht jeden Kunden“, sagt Max Schoenberg, Geschäftsführer des Schuhgeschäfts Fifty-6 am St. Johanner Markt: „Wenn wegen des Werbesogs und des Reizes des Neuen die Kunden wegbleiben, kann unser Umsatz bis zu 30 Prozent zurückgehen. Da werden Unternehmen vom Markt verschwinden.“ Gegenüber den „gesichtslosen Filialisten“ in der Europa-Galerie will Schoenberg mit noch mehr Qualität und Service aufwarten. Seiner Meinung nach hat die Stadt Fehler gemacht: Sie habe die Bedenken des angestammten Handels ignoriert.
Nicht den Filialisten in der Galerie, sondern dem St. Johanner Markt gibt der 75-jährige Passant Helmut Schilling den Vorzug: „Hier ist es schöner und persönlicher.“
Im Freien einen Kaffee trinken oder in den Lokalen Freunde treffen kommt bei vielen Saarbrückern gut an. Die 30-jährige Jessica Diener verbringt ihre Mittagspause oft auf dem Markt: „Wegen der Europa-Galerie vermute ich in der Bahnhofsstraße bald leere Geschäfte, aber der St.  Johanner Markt wird sein Flair behalten.“ Gestern, am Eröffnungstag der Galerie, empfand Jessica Diener den Markt als genauso belebt wie immer.
Begeistert von der Atmosphäre des Marktes sind auch Jost-Michael und Renate Hagemann – obwohl sie gerade auf dem Weg in die Europa-Galerie sind. „Der Markt ist ein Kleinod. Die Geschäfte wechseln hier vielleicht. Aber dieses Flair einer Oase in der Stadt, das bleibt“, sagt Renate Hagemann.
Auch Anette Böcker-Simon, Mitinhaberin des Modegeschäfts Böcker-Simon in der Bahnhofstraße, ist zuversichtlich: „Wir machen individuelle Mode und bieten Service. Außerdem haben wir viele Stammkunden.“ Böcker-Simon sieht das Risiko für eine Verödung der Innenstadt durch die Galerie steigen, könnte sich aber vorstellen, dass die Galerie floppt: „Schließlich sind die Saarländer ja treu.“
Auch Passant Ernst Lenz glaubt nicht, dass die Galerie eine so starke Wirkung auf den Markt haben wird. Er kauft ab und an in der Buchhandlung Raueiser oder im Swarowski-Laden: „Was es hier an Fachgeschäften gibt, ist in der Europa-Galerie nicht vertreten.“
Nicht ganz so optimistisch ist der Geschäftsführer der Buchhandlung Raueiser, Kurt Hoffmann: „Was die Bahnhofstraße angeht, sehe ich schwarz. Wir werden es hier auch ein wenig merken.“ Hoffmann glaubt, dass die Laufkundschaft in den ersten Monaten weniger wird. Aber erst einmal gelte es abzuwarten: „Ich denke, dass der Markt mit einem blauen Auge davonkommt.“

 



Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein