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Europa-Galerie feiert Geburtstag

Saarbrücken. Gut möglich, dass an einem Dienstagabend im Herbst um 17.20 Uhr in der Saarbrücker Europa-Galerie das Lied „A whiter shade of pale“ von Procol Harum läuft. Und zwar nicht, weil es gerade im Radio kommt oder weil ein Mitarbeiter eine CD mitgebracht hat. Wenn dieser gefällige Song als Hintergrund eingespielt wird, dann deshalb, weil er zu dem Musikprogramm gehört, das man den Besuchern des Einkaufszentrums ganz bewusst zu dieser Zeit anbietet. Das Beispiel zeigt exemplarisch, dass in dem 25 000 Quadratmeter großen Haus nichts dem Zufall überlassen werden soll.

„Alles ist organisiert, strukturiert, gesteuert“, auch Licht und Temperatur, erklärt Manager Serge Micarelli– und hebt auch selbst einmal ein Papier vom gewienerten Boden auf, falls die organisierte Hausreinigung erst eine halbe Stunde später erwartet wird. Komfort, Sauberkeit und Sicherheit erwarte der Besucher von solch einem Einkaufszentrum. Micarelli, Ende 40, gebürtiger Luxemburger, aufgewachsen bei Trier, ist elf Stunden täglich im Haus und dreht mit Leidenschaft an den „kleinen Schrauben“, mit deren Hilfe er das Projekt Europa-Galerie zur annähernden Perfektion entwickeln möchte.



Das heißt, bis auch die letzte Tür wie geölt aufspringt, bis die Mitarbeiterin am Info-Schalter die nächste Busverbindung in Französisch nennen kann, bis der letzte der 110 Geschäftsinhaber weiß, welches Sortiment er vorhalten muss, um die Kundschaft zu erfreuen und – vor allem – bis die Besucherzahl mindestens zehn Millionen (wie im Saarpark-Center Neunkirchen) erreicht haben wird. Drei Jahre dauere dies alles, weiß Micarelli aus Erfahrung. Heute ist genau ein Drittel dieser Zeit verstrichen, und der Manager ist am 1. Geburtstag seines „Babys“ mit dem bislang Erreichten sehr zufrieden.



Die Umsätze lägen „genau auf Kurs“, 109 von 110 gestarteten Geschäften seien noch dabei, die Besucherzahl betrage sieben Millionen und liege damit punktgenau auf der Vorhersage. 21 000 Menschen kommen dem Vernehmen nach täglich ins Haus; die Zahl sei nicht hochgerechnet, sondern basiere auf verlässlichen, nachprüfbaren Zählungen. Eine spontane Nachfrage fördert zu Tage, dass Micarelli aus dem Kopf weiß, dass 43 Prozent der Menschen durch den ehemaligen Haupteingang der Bergwerksdirektion strömen, zweitstärkster Eingang ist der in der Reichsstraße, dann folgen Trierer Straße und Parkhaus. Die durchschnittliche Verweildauer der Kunden ist noch nicht exakt bestimmt, man vermutet zweieinhalb bis drei Stunden. Männer kommen und gehen schneller, kaufen aber zielbewusster. Frauen suchen mehr Läden auf. Stärkste Stunden sind samstags nach 14 Uhr.



Gelassen widerspricht Serge Micarelli der Behauptung, die Europa-Galerie schade dem übrigen Handel und trage zur Verödung der Innenstadt bei, weil sie Leerstände verursache. Wegen dieser behaupteten Wirkung wurde er schon angegriffen, bevor das Haus seine Türen öffnete. Das Gegenteil sei richtig, und das zeige jeder neue Tag deutlicher, denn seit der Eröffnung kämen mehr Menschen zum Einkaufen in die City. „Steigerung der Zentralität“ nennt er das. Außerdem hätten sich einige neue Händler und Konzepte angesiedelt, die zum Teil bewusst die Nähe zur Europa-Galerie gesucht hätten, sagte Micarelli und bekundete erneut, das Miteinander pflegen zu wollen und nicht das Konkurrenzdenken.
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