L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Evonik-Betriebsrat: Saarland braucht die Kohlekraftwerke

Der Kraftwerksbetreiber Evonik Power Saar investiert weiterhin in seine saarländischen Stromfabriken. Ab Oktober fließen 37,5 Millionen Euro in die Kraftwerke, um sie leistungsfähiger zu machen.

Der Kraftwerksbetreiber Evonik Power Saar investiert weiterhin in seine saarländischen Stromfabriken. Ab Oktober fließen 37,5 Millionen Euro in die Kraftwerke, um sie leistungsfähiger zu machen.

Saarbrücken. An der Diskussion zur Zukunft der Energieversorgung im Saarland werden nicht alle Betroffenen beteiligt. Diesen Vorwurf erhebt der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates Evonik Power Saar, Klaus-Dieter Woll. Evonik betreibt die Kraftwerke Bexbach, Weiher und Fenne. Umweltministerin Simone Peter setze als Grüne ihr Ziel durch, die Erneuerbaren Energien voranzutreiben. „Sie redet aber nicht mit allen Energie-Erzeugern“, wirft Woll der Politikerin vor. Zu einer vernünftigen Energiepolitik gehöre aber ein Energiemix aus allen zur Verfügung stehenden Energieträgern. Deshalb fordert Woll einen runden Tisch unter Federführung der Landesregierung, an dem die Führung der Energie-Unternehmen im Saarland, die Arbeitnehmer-Vertreter, die Landesregierung inklusive Oppositions-Parteien und die Gewerkschaften Verdi beziehungsweise IG BCE (Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie) vertreten sind. Alle diese Beteiligten seien bereit, an einer verantwortungsvollen Energiepolitik mitzuwirken. Diese müsse über Wahlperioden hinaus angelegt sein.

Ministerpräsident müsse runden Tisch einberufen

Woll wirft Ministerpräsident Peter Müller (CDU) vor, dieser habe „aus machtpolitischen Gründen die Kröte Jamaika geschluckt. Seitdem ist er aber verschwunden und kommt nur noch zu ganz bedeutenden Themen aus der Versenkung“, kritisiert Woll. Der Ministerpräsident müsse den runden Tisch einberufen und für eine vorurteilsfreie Suche nach Lösungen zur Versorgungssicherheit der Industriebetriebe und der Bevölkerung sorgen. Ohne eine gesicherte Energieversorgung sei zudem kein weiteres Unternehmen bereit, sich an der Saar anzusiedeln. Wirtschaftsminister Christoph Hartmann (FDP) müsse sich hier als Vertreter der Unternehmen am runden Tisch einbringen.

Der Gesamtbetriebsrats-Vorsitzende von Evonik Power Saar fordert mehr Realismus in der Energie-Debatte. Wer behauptet, das Kraftwerk Bexbach werde nicht mehr gebraucht, weil es nur Strom aus dem Saarland exportiert, der habe in Physik nicht aufgepasst. Das europäische Stromnetz bestehe aus Knotenpunkten mit jeweils dort ansässigen Kraftwerken. Ein solcher Knotenpunkt sei Bexbach. „Das Kraftwerk Bexbach speist im Rahmen dieses europäischen Netzes zwar Strom ein für Süddeutschland. Physikalisch wird dieser Strom jedoch innerhalb eines Umkreises von rund 100 Kilometern verbraucht“, stellt Woll klar.

Evonik-Kraftwerke auf  Fortbestand ausgerichtet

Alle Evonik-Kraftwerke an der Saar seien auf einen Fortbestand für die kommenden Jahrzehnte ausgerichtet und würden auch entsprechend mit Investitionen modernisiert. Derzeit fließe ein Großteil des Geldes in die Modernisierung der Kohlemühlen, um die Importkohle besser verarbeiten zu können.

Der Prozess der Investitionen habe schon 2003 begonnen. Seitdem sind laut Woll Investitionen in neue Leittechnik und die Verarbeitung der Importkohle von mehr als 50 Millionen Euro geflossen. Ab Oktober 2010 kommen weitere 37,5 Millionen Euro hinzu. Mit diesem Geld werden die Schaufeln der Turbinen erneuert, so dass sie den Dampf länger nutzen und damit die Leistung des Kraftwerks steigt. Diese Modernisierung wird zunächst in Bexbach begonnen. Auch Woll spricht sich für einen Ausbau der Erneuerbaren Energien an der Saar aus. Das Ziel von Umweltministerin Peter sei umsetzbar, den Anteil Erneuerbarer Energien in der Region bis zum Jahr 2020 auf 20 Prozent zu erhöhen. Allerdings werden nach Auffassung von Woll die Steinkohle-Kraftwerke für die Energieversorgung voraussichtlich noch bis ins Jahr 2050 gebraucht.

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