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Ex-Mitarbeiter: Saarmesse als Zeltstadt veranstalten

Die Saarmesse GmbH ist derzeit unter Druck: Entweder sie akzeptiert die Vertragsauflösung  der Stadt Saarbrücken oder sie muss ihre Schulden voll und ganz zurückzahlen.

Die Saarmesse GmbH ist derzeit unter Druck: Entweder sie akzeptiert die Vertragsauflösung der Stadt Saarbrücken oder sie muss ihre Schulden voll und ganz zurückzahlen.

Saarbrücken. Im Rahmen der Konzeptsuche für die Saarmesse hat Event-Manager Stefan Waskönig eine unkonventionelle Idee in die Diskussion eingebracht: Die Stadt solle darüber nachdenken, das Gelände mit Zelthallen flexibel zu bewirtschaften, sagt Waskönig. "Wenn die Stadt jetzt noch Millionen für die Hallen bezahlt, ist das ein großer Fehler. Die Hallen sind in einem so schlechten Zustand, dass die Messe eigentlich Millionen für den Abriss bezahlten müsste", sagt er provokativ.

Waskönig war vor vielen Jahren Projektmanager bei der Saarmesse, heute veranstaltet er mit seiner Firma "Lakeshore C&S Management" Events unter anderem am Chiemsee oder dem Lac d'Annecy in Frankreich.

Waskönig hat nun mit Thomas Laufer, Inhaber der Marpinger Agentur Eventools, einen Vorschlag erarbeitet, der die bisherigen Messehallen durch Zelte ersetzt: "Für bestimmte Veranstaltungsblöcke könnte die maximal benötigte Zahl von Zelten aufgestellt werden", sagt Laufer. "Bei geringerem Bedarf wäre sogar mehr Freifläche vorhanden." Außerdem könnte das Messegelände zwischen den Veranstaltungen als Freifläche genutzt werden.


Selbst für die Frage einer Eventhalle sehen die beiden in den mobilen Zeltlösungen eine Alternative. Längst gebe es Zeltkonstruktionen, die auch für Großevents geeignet wären. Laufer kann auf entsprechende Referenzen zurückgreifen: Unter anderem hat er in Hamburg mit 10 000-Quadratmetern Winterlandschaft die größte mobile Eisbahn der Welt auf dem Heiligengeistfeld errichtet.  Und für das Firmenjubiläum der Schraubenfirma Würth hat er ein freitragendes Zelt mit 51 Meter Durchmesser aufgestellt.

Stadt und Land suchen aktuell gemeinsam mit einem Projektsteuerer ein neues Konzept für die Messe. Dabei soll unter anderem das Potenzial für eine Fortführung des Messebetriebs in Saarbrücken geprüft werden - und die Frage, welche Investitionen dafür nötig wären.

Der Geschäftsführer der Saarmesse GmbH, Eric Grandmontagne, mahnt schon seit längerer Zeit umfangreiche Investitionen an. So sei für die Weiterentwicklung der Messe dringend der Bau eines Kongresszentrums notwendig. Außerdem müsse in eine Verbesserung der Parksituation investiert werden. Bis Ende März 2012 soll der Projektsteuerer eine Lösung erarbeiten.

 

Meinung

Ideenwettbewerb ist eröffnet

Von SZ-Redakteur Joachim Wollschläger

Stefan Waskönig und Thomas Laufer betonen zwar, dass sie bei ihrem Vorschlag nur die Zukunft der Messe im Auge haben. Dabei kann aber nicht übersehen werden, dass sie als Event-Manager auch berufliches Interesse haben. Deswegen allerdings muss man ihren Vorschlag nicht automatisch vom Tisch wischen.

Sollte es wirklich möglich sein, auf Zeltbasis ein Event- oder Kongresskonzept zu realisieren, wäre Saarbrücken damit sicher Vorreiter in der deutschen Messelandschaft. Und das würde dem hiesigen Messeplatz mit neuen Konzepten zumindest Aufmerksamkeit verschaffen. Der Ideenwettbewerb ist eröffnet.

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