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Ex-Nationalspieler hält sich beim FCS fit – Okoronkwo und Luksik kommen

Ist das der Stürmer, nach dem der Fußball-Regionalligist 1. FC Saarbrücken gesucht hat? Gestern Vormittag beim Training rieben sich die Kiebitze verdutzt die Augen, als plötzlich Ex-Nationalspieler Kevin Kuranyi im FCS-Trikot am Training teilnahm. Geht da was? „Da müssten wir vorher sicher eine Bank überfallen“, sagte FCS-Tainer Falko Götz augenzwinkernd: „Ich finde es toll, dass er angefragt hat, ob er sich bei uns fit halten könne. Für uns ist das Anschauungsunterricht, was im internationalen Top-Fußball abgeht.“ Eine Verpflichtung liegt ganz weit außerhalb des Machbaren, erklärte Götz.

Der Kontakt zum FCS kam über Felix Luz zustande – beide kennen sich seit Kindertagen. „Felix ist mein bester Freund, seit ich in Deutschland mit dem Fußball angefangen habe“, erzählt der Ex-Schalker Kuranyi, „mit 15 oder 16 sind wir zum ersten Mal gemeinsam in meine Heimat Brasilien geflogen. Seither waren wir, glaube ich, fast überall auf der Welt. Und mittlerweile gehört er ja auch zur Familie. Er hat die Schwester meiner Frau geheiratet.“

52 Mal trug Kuranyi das Trikot mit dem Adler. In der Bundesliga erzielte der in Rio de Janeiro geborene Stürmer in 261 Einsätzen für Schalke und den VfB Stuttgart 111 Tore. Von den Königsblauen kennt FCS-Verteidiger Timo Kunert den Angreifer: „Kevin ist ein toller Typ. 2006 haben wir bei den Blauen zusammen gefightet.“ Doch während Kuranyi Stammspieler war, gehörte Kunert damals noch zum ambitionierten S04-Nachwuchs.

Der Nachwuchs, besser gesagt die Familie, ist jetzt auch der Grund, warum Kuranyi nach Deutschland zurück möchte. „Der Vertrag bei Dynamo Moskau ist ausgelaufen. Es gab verschiedene Angebote und auch Gespräche, aber bislang war das Richtige noch nicht dabei“, sagt Kuranyi, „es geht mir nicht mehr um Geld, es geht darum, in einem guten Verein zu spielen. In einer Stadt, in der sich meine Familie wohl fühlt.“

Anfragen aus China oder Katar hat er aus diesem Grund abgesagt. Von der Lebensqualität im Saarland könnte ihn Freund Felix überzeugen. „Wir kennen uns seit der B2 beim VfB Stuttgart . Ich schätze Kevin als Mensch. Er ist sich für nix zu schade, hat sich bei uns eingefügt, als ob er dazu gehört“, sagt Luz. Seinen Freund zum Bleiben überreden, will er nicht: „Ich konzentriere mich voll auf die Vorbereitung. Wenn er käme, würde er sowieso nicht spielen.“ Sie sind eben Positions-Konkurrenten.

Den Spaß macht Kuranyi mit: „Man soll niemals nie sagen“, lacht er. Der Mann ist völlig frei von Allüren, antwortet offen auf Fragen. Seine Ambitionen gehen in Richtung Bundesliga – zumal sein Ex-Verein aus Gelsenkirchen ja auf Stürmersuche sein soll – obwohl auch der erste Eindruck von Trainer und Mannschaft des FCS sehr positiv war.

„Ich kenne Falko Götz aus der Bundesliga, habe ja mehrfach gegen seine Mannschaften gespielt. Die Arbeit mit der Mannschaft heute hat mich sehr an die Bundesliga erinnert“, sagt Kuranyi: „Er wird die Saarbrücker sicher optimal auf die Saison vorbereiten.“ Eine Saison, in der der FCS auf Kevin Kuranyi aber wohl doch eher verzichten muss. Sein Gastspiel im Saarland endet wohl am Freitag. Dafür hat der FCS zwei neue Spieler verpflichtet, wie er gestern Abend mitteilte. Darunter ein Stürmer: Solomon Okoronkwo, 28, kommt von Zweitligist SV Sandhausen . Abwehrspieler Filip Luksik, 30, von Zweitliga-Absteiger FC Erzgebirge Aue .
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