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Ex-Saarbrücker Durm überraschend im vorläufigen WM-Kader

Er hatte gerade vier Läufe über die linke Seite gemacht, erinnert sich Andreas Fellhauer an Erik Durm. Der kam 2007 von der SG Rieschweiler in der Nähe von Pirmasens zum 1. FC Saarbrücken. Im Trikot der B-Junioren des FCS spielte Durm in der Saison auf links. „Offensiv“, wie Fellhauer noch weiß: „Da hatte er das Pech, dass er auch immer eine Halbzeit direkt vor meiner Trainerbank spielen musste.“ Und als Durm den fünften Lauf über die linke Seite nicht machte, wurde Fellhauer an der Linie auch mal laut: „Ich habe gerufen, dass er den Lauf machen soll.“ Vielleicht war Fellhauer auch etwas zu laut. In jedem Fall antwortete Durm: „Trainer, ich bin doch kein Esel.“

Nein, das ist Erik Durm nicht. Er ist Nationalspieler, spielte in dieser Saison für Borussia Dortmund in Bundesliga und Champions League und steht seit gestern im vorläufigen Aufgebot der Nationalmannschaft für die WM in Brasilien. „Die Überraschung und die Freude ist natürlich gigantisch“, sagte der 21 Jahre alte Jungprofi. Es sei „eine große Ehre“, dabei zu sein. „Ich möchte mich in jedem Training beweisen und zeigen, dass der Bundestrainer mich zurecht berufen hat“, meinte Durm. Und der lobte Durm gestern ausdrücklich: „Gerade seine Champions-League-Spiele gegen Real Madrid, also auf allerhöchstem Niveau, haben uns überzeugt. Erik hat die Chance verdient, dabei zu sein – auch weil Marcell Jansen und Marcel Schmelzer angeschlagen waren. Im Trainingslager werden wir feststellen, welche Spieler diese Position am besten ausfüllen.“

Durm wird hart daran arbeiten. Fleiß zeichnete ihn auch schon in seiner Jugendzeit beim FCS aus. Das bestätigt Fellhauer. „Er hatte damals bereits hervorragende Ausdauerwerte, war beidfüßig und lernwillig. Er hatte alle Voraussetzungen, Profi zu werden.“ Das sagt auch sein A-Juniorentrainer Bernd Rohrbacher: „Es gibt ja viele, die sagen, dass sie Profi werden wollen. Erik hat man das geglaubt.“ Unter ihm als Trainer wurde Durm Torschützenkönig, ehe ein Angebot aus Mainz kam. Im Juli 2010 folgte der Wechsel in die Jugendabteilung des FSV. „Ich habe gute Erinnerungen an Saarbrücken. Es war der erste größere Verein, für den ich gespielt habe“, sagte Durm kürzlich.

Noch als A-Jugendlicher absolvierte Durm in Mainz am 4. Dezember 2010 gegen die SV Elversberg sein Regionalliga-Debüt in der 2. Mannschaft. Es blieb sein einziger Einsatz in der Saison 2010/2011, im Jahr danach startete er aber durch, erzielte in 32 Spielen 13 Tore. Das Angebot, einen Profivertrag beim FSV zu unterschreiben, lehnte Durm allerdings ab – und ging in die U23 des BVB, für die er in der 2. Mannschaft allerdings nicht wirklich gut traf. BVB-Trainer Jürgen Klopp sah aber sein Talent, zog ihn hoch und stellte ihn auf die linke Seite defensiv. Und auf dieser Position spielt er nun in der Nationalmannschaft. Ein Esel ist er also wahrlich nicht.
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