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Ex-Tüv-Prüfer: "In Dillingen gehen die Wasserzähler falsch"

Dillingen. Rund 1600 Wasserzähler haben die Stadtwerke Dillingen in ihrem Versorgungsgebiet gegen offenbar überdimensionierte Geräte mit neuer Bezeichnung gewechselt (die SZ berichtete). Auf der Austauschbescheinigung steht, dass der bisherige Zähler gegen einen Zähler derselben Größe und Bauweise ausgetauscht wurde. Dass diese Zähler definitiv nicht identisch sind, bestätigten die Stadtwerke bereits. Sie berufen sich beim Einbau der Zähler aber auf eine Empfehlung des Verbandes DVGW. Dort heißt es aber, dass die Zähler abhängig von der Gesamtverbrauchsmenge und abhängig von der am häufigsten entnommenen Menge (zum Beispiel Kleinmengen) eingesetzt werden, nicht pauschal.

Dass die neu eingesetzten Zähler mit der Bezeichnung q 3=4 eine beachtliche Fehlerquote haben, kann jeder Verbraucher nachprüfen. Differenz von 14,7 Prozent Rudolf Laux, pensionierter Tüv-Prüfer und Kunde der Stadtwerke, hat dazu ein simples Verfahren angewendet, eine Messreihe, die auch in einem Fernsehmagazin von Sachverständigen herangezogen wurde: Zunächst wird der genaue Zählerstand notiert. Mit einem Messbecher entnimmt man einen Liter Wasser und wiegt die Menge auf einer möglichst geeichten Waage. Die genaue Menge, zum Beispiel 995 Gramm, wird notiert. Der Vorgang wird 20 Mal wiederholt, so dass etwa 20 Liter entnommen sind, eine Addition der notierten Gewichtsdaten ergibt die exakte Menge. Diese wird nun verglichen mit dem aktuellen Zählerstand.



Die Differenz zwischen der tatsächlich entnommenen und der auf dem Zähler angezeigten Wassermenge betrug im Messversuch von Laux fast 15 Prozent – also das Dreifache der nicht zu vermeidenden Fehlertoleranz. In Zahlen ausgedrückt: Laux hat aus seiner Wasserleitung genau 19,57 Liter entnommen und nachgewogen. Der Wasserzähler zeigte aber eine entnommene Menge von 22,4 Litern an – und damit 14,7 Prozent zu viel. Eine Wiederholung der Messreihe brachte das selbe Ergebnis. „Jetzt bin ich absolut sicher, dass der Zähler falsch misst“, betont Laux. Neue Zählergröße als Ursache Für die hohe Fehlerquote macht er die neue Zählergröße q 3=4 verantwortlich, die die Stadtwerke Dillingen, aber auch andere Versorger, derzeit für den bisherigen Zähler q 2,5 in Ein- bis Zweifamilienhaushalten einsetzen. Die Fehlerquote erhöht sich übrigens, je öfter kleinere (haushaltsübliche) Mengen entnommen werden.

Laux fordert, die nächstkleinere Zählergröße einzubauen, die seinem tatsächlichen Verbrauch entspricht, statt einer pauschalen Größe. Die einzige Möglichkeit, fast millilitergenau abzurechnen, ist übrigens ein Ringkolbenzähler. Aber dieses Modell ist für den Versorger teurer als der übliche Flügelradzähler. Kosten, die der Versorger im Sinne seiner Kunden erwägen sollte, meint Laux: „Bei einem Verbrauch von rund 100 Kubikmetern im Jahr kostet mich der überdimensionierte Zähler rund 90 Euro jährlich!“ Auf diesen Kosten will er natürlich nicht sitzenbleiben. Ein Gespräch mit dem Geschäftsführer der Stadtwerke Dillingen, Arno Minn, und Bürgermeister Franz-Josef Berg, der als Vorsitzender des Aufsichtsrates fungiert, soll den Sachverhalt klären. Berg: „Es ist natürlich in unserem Sinne, dieses Problem schnell aus der Welt zu schaffen.“
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