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Exil-Saarländer: Fechingerin startet in New York als Galeristin durch

Julia Dippelhofer und Michael Nevin bieten jungen Künstlern in New York ein Sprungbrett.

Julia Dippelhofer und Michael Nevin bieten jungen Künstlern in New York ein Sprungbrett.

Es sind nur ein paar Tage, die Julia Dippelhofer in Fechingen verbringt. Die zierliche blonde Frau und Michael Nevin, ihr groß gewachsener amerikanischer Partner, sind auf dem Weg zur Art Basel, einer der wichtigsten Kunstmessen der Welt. Danach geht es weiter nach Griechenland, wo einer ihrer Künstler ausstellt.

Denn die Beiden, die seit 15 Jahren das amerikanische Magazin „the journal“ publizieren, betreiben seit 2004 auch eine Galerie: „The Journal Art Gallery“ in New York. Sie zeigen zeitgenössische Kunst: Design, Fotografie, Installationen und Video-Kunst. Ausstellen wollen sie dieses Jahr in Basel noch nicht, aber Kontakte knüpfen, erzählt die diplomierte Modedesignerin. Doch erst einmal besucht Julia ihre Eltern und blickt zurück auf die vergangenen 15 Jahre, in denen sich vieles „so ergeben“ hat. Begonnen hat ihre amerikanische Geschichte, als sie 1999 nach dem Abitur ein Jahr als Au-pair in die Nähe von Boston ging. Und neben dem Kinderhüten einen Kurs in Schwarzweiß-Fotografie am Montserrat College of Art in Beverly belegte. Dort begegnete sie dem Kunststudenten Michael Nevin, der damals gerade mit Studienkollegen die erste Ausgabe von „the journal“ in einer Auflage von 100 Exemplaren herausgegeben hatte. Eine Alternativzeitschrift im kleinen Format und in Schwarzweiß, in der Snow- und Skateboard auf Musik und Kunst trafen. Die junge Deutsche steuerte bald ihren Teil zur anfänglich kostenlosen Publikation bei.

Bevor sich Julia Dippelhofer 2005 ganz in New York niederließ, absolvierte sie ein Modedesign- Studium in Trier und bewegte sich zwischen den Welten. Im New Yorker Stadtteil East Village hatten die Beiden 2004 nämlich Räume gemietet, in denen „the journal“ publiziert wurde – „die Zeitschrift war nun zum Preis von fünf Dollar zu kaufen und erschien in einer Auflage von 5000 Exemplaren“. In diesem inspirierenden Ambiente entwickelte sich aus der Arbeit mit den Künstlern die Idee, auch Ausstellungen und Events durchzuführen. So wurde „The Journal Art Gallery“ als Projektraum geboren – jenseits des rein kommerziellen Kunstbetriebs und mit dem Gedanken, „etwas Interessantes und Überraschendes zu tun“.

Mit der Zeit aber entwickelte die Galerie ein Eigenleben, und sie zogen 2006 nach Brooklyn, wo sie 2012 eine mehr als tausend Quadratmeter große Lagerhalle zu Ausstellungs- und Büroräumen umbauten. „Mit der Unterstützung meiner beiden Brüder Dominik und Andreas, einem Architekten und einem Unternehmensberater, konnten wir dieses Projekt realisieren“, erzählt Julia Dippelhofer zufrieden. Dort wird nun „the journal“ halbjährlich in einer Auflage von 30 000 Exemplaren realisiert, es werden Ausstellungen organisiert und in diesem Jahr das zehnjährige Galeriejubiläum mit 21 Künstlern gefeiert.

„Wir zeigen Kunst, die uns emotional und intellektuell anspricht“, erzählt die Saarländerin. Die Beiden freuen sich, dass sie schon vielen Künstlern als Sprungbrett gedient haben und mit bekannten Kunstgrößen wie der amerikanischen Fotografin und Objektkünstlerin Rony Horn, dem deutschen Fotografen Jürgen Teller und dem österreichischen Modedesigner Helmut Lang zusammen arbeiten.

Und die Zeitschrift? „Die hat den Schwerpunkt auf Kunst und Mode verlagert und steht in einer fruchtbaren Beziehung zur Galerie.“

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