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Exotin im Männerberuf

Homburg/Rohrbach. Kira Weber-Langer aus Saarwellingen-Reisbach erlernt einen Beruf, der wie kaum ein anderer mit Klischees behaftet ist. Die einen sehen im Schornsteinfeger das ewige Glückssymbol, für andere ist die Tätigkeit einfach nur anstrengend und dreckig. Die Wahrheit liegt, wie meistens, in der Mitte zwischen den beiden Extremen.

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Hauptschule stand für die junge Frau auch eine Lehre zur Schreinerin, Schneiderin oder Konditorin zur Wahl, am Ende wurde es dann die Schornsteinfegerin. Eine Entscheidung, die Kira nicht unüberlegt getroffen hat und die sie, glaubt man ihrem aufblitzenden Lachen, auch nicht bereut. "Die Entscheidung war für mich recht einfach. Zum einen ist es ein Umwelttechnik-Beruf, zum anderen wird man immer wieder vor neue Situationen gestellt. Und man hat viel mit Menschen zu tun."

Kiras Ausbildung teilt sich in einen berufsschulischen und einen betrieblichen Anteil. Ersteres erlebt sie in der Berufsschule für Schornsteinfeger in Rohrbach, letzteres bei ihrem Lehrherrn Armin Haag, Bezirkschornsteinfegermeister für Saarlouis-Roden, Teile von Dillingen und Teile von Saabrücken-Burbach. Der hat die Entscheidung, einen der wenigen weiblichen Lehrlinge in diesem traditionsreichen Handwerk auszubilden, nicht bereut. Von Kiras Eignung für den herausfordernden Beruf ist er überzeugt. "Beim Vorstellungsgespräch war Kira mit einer solchen Euphorie und einer solchen Lust auf diesen Job dabei, dass ich eigentlich gar keine andere Wahl hatte."

Für Haag muss ein erfolgreicher Schornsteinfeger einiges mitbringen. "Vor allem Lust am Arbeiten, Freundlichkeit, Offenheit für Neues, Wissbegierigkeit und Lernbereitschaft. Bei uns im Handwerk ändert sich laufend etwas." Diese Einschätzung teilt auch Horst Matheis, Schulleiter in Rohrbach, Fachlehrer und selbst Bezirkschornsteinfegermeister. Er ergänzt: "Einen guten Schornsteinfeger macht ein guter Umgang mit den Kunden, Fachwissen und Zuverlässigkeit aus."

Kira wird eine Weile nach Ende ihrer Ausbildung in einer veränderten beruflichen Landschaft arbeiten, auch das wird für sie eine Herausforderung. Denn: Im Jahr 2013 soll das bisher gültige Schornsteinfeger-Monopol fallen. Ist heute die Verbindung zwischen Schornsteinfeger und Kunde über die Bezirksaufteilung fest geregelt, soll ab dann Konkurrenz das Geschäft beleben und der Kunde die Möglichkeit haben, für gewisse Dienstleistungen einen Schornsteinfeger seiner Wahl auszusuchen.

Auf einen Blick

Schornsteinfeger reinigen und kontrollieren Heizungs-, Abgas- und Lüftungsanlagen. Sie kehren Schornsteine, messen und prüfen Abgase und achten auf einen optimalen Energieverbrauch. Beschäftigungsmöglichkeiten finden Schornsteinfeger/innen im handwerklichen Bereich. Sie sind in Kleinstbetrieben bei einem Bezirksschornsteinfegermeister oder einer Bezirksschornsteinfegermeisterin in einem festen Kehrbezirk beschäftigt. Quelle: Arbeitsagentur 
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