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Experimente erwünscht: Bei ,,Kunst macht Schule“ in Saarbrücken ist alles erlaubt

In Saarbrücken befassen sich Schüler unter Anleitung echter Künstler mit moderner Kunst. Das ist etwas völlig anderes, als sie bisher aus dem Schulunterricht kennen. »Kunst macht Schule« heißt das Projekt.

In Saarbrücken befassen sich Schüler unter Anleitung echter Künstler mit moderner Kunst. Das ist etwas völlig anderes, als sie bisher aus dem Schulunterricht kennen. »Kunst macht Schule« heißt das Projekt.

 Saarbrücken. Skizzen von Gegenständen hängen im Klassensaal der 9M1 an einer Wand: Eine Zeichnung zeigt ein Handy, eine andere eine Schüssel, eine dritte eine Dose Haarspray. „Die Schüler sollen so viel wie möglich mit Gegenständen experimentieren und ausprobieren, wie sich ihre Bedeutung in verschiedenen Situationen ändert“, sagt Adrian Williams. Bis Freitag ist die aus Portland (USA) stammende Künstlerin an der Erweiterten Realschule (ERS) Bruchwiese zu Besuch und leitet dort im Rahmen von „Kunst macht Schule“ eine Projektwoche.

Schüler lassen sich darauf ein

„Nehmen wir zum Beispiel ein Armband“, erklärt Williams. „In dem Moment, in dem es mir jemand schenkt, den ich liebe, verändert sich seine Bedeutung. Das Armband erhält einen Wert, den es vorher nicht hatte.“

In ihrer Kunst gehe es um Prozesse, sagt Adrian Williams, die vorwiegend konzeptuelle Arbeiten, Performances und Filme macht. Mit dem, was die Schüler aus dem Kunstunterricht kennen, hat diese Arbeit wenig zu tun. Dennoch lassen sich die Schüler mit großer Selbstverständlichkeit darauf ein. Einige sind vor allem froh, keinen „normalen Unterricht“ zu haben, andere sprudeln förmlich über vor Einfällen.  

Projekt soll  Spuren hinterlassen

„Das Projekt ist echt cool“, findet Darleen (14), „und wir haben schon eine Idee, was wir machen wollen.“ „Es ist interessant, zu sehen, wie so etwas entsteht“, findet Jasmin (15). Gearbeitet wird in vier Gruppen. „Jeden Tag ist eine Gruppe an der Reihe, für alle zu kochen“, sagt Adrian William. Andere bereiteten Kurzreferate über zeitgenössische Künstler vor, die während des Essens vorgetragen werden sollen. „Jeder sucht sich eins der Bücher aus“, sagt Williams. Dann erarbeitet sie mit den Schülern Fragen, die mit Hilfe der Bücher beantwortet werden sollen. Die dritte Gruppe sucht auf dem Schulhof nach geeigneten Orten für Experimente, während die vierte sich im Klassensaal rings um den „Schneeball“ versammelt, der auf Grund kühltechnischer Probleme eher einem zu groß geratenen Eiswürfel ähnelt. „Der Schneeball ist eine Metapher für die Wirkung eines Objekts“, erklärt Williams. Der Physiker und Astronomieprofessor Fred Whipple sei zur Legende geworden, weil er zu jeder seiner Vorlesungen über Kometen einen Schneeball mitbrachte. „Natürlich hätte er die Beschaffenheit von Asteroiden auch anders erklären können. Aber dieser Schneeball hatte eine ganz besondere Wirkung. Er hinterließ bei den Studenten etwas.“

Auch das Projekt „Kunst macht Schule“ soll bei den Schülern Spuren hinterlassen, indem es sie zeitgenössische Kunst aktiv mitgestalten lässt. 2001 hatte die saarländische Staatskanzlei die Aktion ins Leben gerufen und seither in verschiedenen saarländischen Städten veranstaltet. In diesem Jahr findet „Kunst macht Schule“ an fünf weiterführenden Schulen in Saarbrücken statt. Mit dabei sind neben der ERS Bruchwiese auch das Sozialpflegerische Berufsbildungszentrum Schmollerstraße (Künstlerin: Gesine Grundmann), das Ludwigsgymnasium (Nschotschi Haslinger), die Gesamtschule Rastbachtal (Sebastian Ludwig) und die Marienschule (Dirk Rausch).

Die Ergebnisse von „Kunst macht Schule 2010“ werden vom 5. bis 19. September in der Saarbrücker Stadtgalerie am St. Johanner Markt präsentiert. Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 5. September, um 16 Uhr.

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