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Experten: Alkohol ist viel zu billig

Höhere Steuern auf Alkohol im Verbund mit strengeren Auflagen für die Werbung könnten jedes Jahr Zehntausende Leben in Deutschland retten. Zu dieser Einschätzung kommen Experten der Industrieländer-Organisation OECD. Schon ein kräftiger Preisaufschlag von zehn Prozent auf Bier, Wein und Spirituosen könnte den Anteil der Bundesbürger, die gefährlich viel Alkohol trinken, um zehn Prozent senken, heißt es in einem gestern vorgestellten Bericht.

Demnach trinken die Menschen in den Industrieländern zwar etwas weniger Alkohol als vor 20 Jahren. Allerdings nahm in vielen OECD-Staaten das exzessive Trinken („Koma-Saufen“) unter jungen Leuten zu. Das führen die Experten darauf zurück, dass alkoholische Getränke in vielen Industriestaaten heute erschwinglicher und leichter verfügbar sind als früher. Dies habe möglicherweise die Haltung der Jüngeren gegenüber Alkohol verändert, so die OECD.

Die Fachleute plädieren deshalb auch dafür, Alkoholwerbung einzuschränken und konsequenter gegen Alkohol im Straßenverkehr vorzugehen. Am größten sei der Effekt, wenn verschiedene Ansätze gebündelt würden. Nach Berechnung der Experten könnte allein die Kombination höherer Steuern mit strengeren Regeln für Werbung und Verkauf jährlich mehr als 44 000 Leben in Deutschland retten. Zudem könnten so 138 000 Verletzungen im Straßenverkehr vermieden werden.

Nach Angaben der OECD werden die zusätzlichen Ausgaben für das Gesundheitssystem und die wirtschaftlichen Einbußen durch Alkoholmissbrauch auf ein Prozent der Wirtschaftsleistung geschätzt. Deutschland liegt beim Alkoholkonsum im oberen Drittel der 34 Industriestaaten: Jeder Bundesbürger trinkt umgerechnet im Schnitt jährlich elf Liter reinen Alkohol, das entspricht gut 200 Litern Bier. Der OECD-Schnitt liegt bei 9,1 Litern. Fast jeder 20. Todesfall (4,4 Prozent) ist nach Angaben der Experten auf Alkohol zurückzuführen.
 
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