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Experten ermitteln den Wert der Luxusgüter des falschen Grafen

Um viele Millionen soll ein unechter Graf und Baron Anleger betrogen haben. Als Fahnder dessen feudales Anwesen durchsuchten, wurden containerweise Wertgegenstände beschlagnahmt. Was es wert ist, wurde gestern im Prozess vor dem Landgericht thematisiert.

Saarbrücken. Von einem Pfändungsparadies war die Rede, als im August des Jahres 2009 Beamte des Landeskriminalamtes das in einem Wald idyllisch gelegene herrschaftliche Haus des Grafen S. (63) im Mettlacher Ortsteil Faha besuchten. Kunst und Wertgegenstände wurden beschlagnahmt und abtransportiert.

Der angebliche Graf steht im Verdacht, Anleger vorwiegend aus Belgien, Frankreich und Luxemburg um Beträge in der Größenordnung von 50 Millionen Euro betrogen zu haben. In seinem Prozess wurden gestern vor dem Landgericht Konkursverwalter als Zeugen gehört. Dabei kam Erstaunliches zu Tage.

Allein die Sichtung und Aufzeichnung der beschlagnahmten Gegenstände ist eine Sisyphosarbeit. Zum Beispiel stelle sich die Frage, sind die mesopotamischen Öllampen echt und wirklich 3000 Jahre alt oder Fälschungen aus jüngster Zeit? Sachverständige, die das zuverlässig beurteilen können, müssten bezahlt werden und es ist nicht sicher, ob eine Verwertung die Kosten der Begutachtung hereinbringt.

Die Gemäldesammlung wurde von Experten des Auktionshauses Christie’s durchgesehen. Zwei Container mit Bildern sollen in London und Amsterdam versteigert werden. Experten, prüfen die Gemälde daraufhin, ob es sich um Raub- oder Beutekunst handelt. Und tatsächlich fanden sie bereits ein Objekt, das in der NS-Zeit einer jüdischen Familie geraubt wurde. Jetzt wird mit den Erben verhandelt, ob das Bild zurückgegeben werden soll oder ihnen der Versteigerungserlös zufällt. Allein die Liste der Gemälde umfasse 96 Seiten erläuterte der Konkursverwalter im Zeugenstand. Auch was die Mitarbeiter des Auktionshauses nicht mitnahmen, muss bewertet werden, erläuterte er.

Bei der Vermögensverwertung geht es auch um Beteiligungen an Firmen durch den Angeklagten. Ihr Wert ist ungewiss, wenn nicht gleich Null. Eine Firma, die lediglich aus einem DIN A4 Umschlag mit Briefbögen bestand, sei in einer Bilanz des Grafen mit 3,1 Millionen Euro veranschlagt gewesen. Möglicherweise habe der Graf zahlreiche Firmen „auf Vorrat“ gegründet. Zu welchem Zweck blieb offen.
jht



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