A6 Metz/Saarbrücken - Kaiserslautern AS Saarbrücken-Fechingen in beiden Richtungen Gefahr durch Personen auf der Fahrbahn (22:47)

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Experten fordern ein neues Fahrplan-Konzept für die Region

Saarbrücken. Der Schienenverkehr im Raum Saar-Lor-Lux ist ein einziger Flickenteppich. Doch es lohnt sich, in der Region die einzelnen losen Enden zusammenzuknüpfen, um die Bahn als Verkehrsalternative wieder attraktiv zu machen. Vor allem die vier Metropolen Saarbrücken, Metz, Luxemburg und Trier sollen auf der Schiene besser erreichbar sein als bisher. „Es ist höchste Zeit, hier aktiv zu werden. Denn bis Dezember 2014 muss der schienengebundene überregionale Personenverkehr neu bestellt sein“, sagt Werner Ried. „Was dann festgezurrt wird, gilt bis Herbst 2029“, merkt er an.

Ried ist internationaler Koordinator bei der DB Fernverkehr und Lehrbeauftragter für Wirtschaftsgeografie an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Saarbrücken. Seine bahnpolitischen Vorstellungen für die Grenzregionen hat er jetzt zusammen mit dem früheren Saar-Ministerpräsidenten, Bundesverkehrsminister und langjährigem Berater der Deutschen Bahn, Reinhard Klimmt, in einem Buch zusammengetragen – Titel: „Auf die Schiene mit der Großregion“, Nomos Verlag, Baden-Baden, ISBN 978-3-8329-6064-3, 19,90 Euro.

Eine der zentralen Forderungen der beiden Autoren ist, die vier Großstädte der Region, die heute bereits in dem Netz „Quattropole“ zusammenarbeiten, in einem Ringverkehr miteinander zu verbinden (siehe Grafik). Er soll den Namen „Q_Intracity“ tragen, im Zwei-Stunden-Takt verkehren und sich an den überregionalen Fernverkehrsanschlüssen orientieren. Heute gebe es nur einzelne Städteverbindungen zwischen den vier Metropolen. Wer von Metz nach Saarbrücken will, „muss noch bei zehn von 14 Verbindungen in Forbach umsteigen“, merken die Autoren an. Außerdem müssten die vier Organisationen, die heute noch bei den verschiedenen Bahngesellschaften im Saarland, in Lothringen, in Rheinland-Pfalz und Luxemburg Fahr-Dienstleistungen ordern, zu einer einzigen Bestell-Organisation gebündelt werden. Heute würde man „völlig beziehungslos nebeneinander operieren“, schreiben Klimmt und Ried.

Um einen umweltfreundlichen Bahnverkehr zu erreichen, müsste auch die Elektrifizierung der verschiedenen Bahnstrecken vorangetrieben werden, fordern die Experten weiter. „Die Bahn rühmt sich zwar, nur noch Ökostrom einzusetzen, muss aber häufig wegen Elektrifizierungs-Lücken noch mit Dieselloks fahren“, kritisiert Werner Ried. So sei die Nahe-Strecke von Saarbrücken nach Frankfurt zwar bis Türkismühle und dann wieder ab Gau Algesheim elektrifiziert. Weil dazwischen eine Lücke klaffe, könne die viel befahrene Strecke nur mit Dieselloks betrieben werden.

Die Autoren haben noch weitere Vorschläge im Köcher, wie man den Bahnverkehr in der Region attraktiver machen kann. „Hier muss ein Masterplan her“, fordern sie von der Landesregierung – „und das möglichst rasch“.


Info: Das Buch „Auf die Schiene mit der Großregion“ wird am Mittwoch, 8. Dezember, um 18 Uhr in der Villa Europa (Kohlweg 7, Saarbrücken) vorgestellt. Anmeldung: Asko Europa-Stiftung, Telefon (0681) 9267430, E-Mail: c.weiand@asko-europa-stiftung.de low



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