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Explosion durch Zigarettenkippe?

Als tragischer Arbeitsunfall beim Bau einer Salzgrotte hat sich die Explosion im Keller eines Wohnhauses in der Nelkenstraße entpuppt. Bei dem Unglück starben am Freitagabend zwei aus Polen stammende Monteure, zwei weitere schweben in Lebensgefahr.

St. Ingbert. Nur bei genauen Hinsehen sind für einen Laien am Wohnhaus Nelkenstraße 21 die Folgen der Detonation auszumachen, die am Freitagabend gegen 19.35 Uhr zwei Männern das Leben kostete und zwei ihrer Kollegen lebensgefährlich verletzt hat.

Von der Explosion zeugen allenfalls die wenigen Brandspuren an der Fassade und die Dämmwolle, die unterm Dach hervortritt.
Als am Freitag kaum fünf Minuten nach der Explosion die ersten Löschfahrzeuge der St. Ingberter Feuerwehr in der Nelkenstraße eintrafen, drang dichter Rauch aus den Kellerräumen und der Haustür des Gebäudes.

Ein Mann, der von Polizisten mit schweren Brandverletzungen vor dem Haus aufgefunden worden war, und eine weitere Person, die sich schwerverletzt in ein Nachbarhaus gerettet hatte, deuteten allerdings die Dramatik der folgenden Minuten an. Da weitere Personen in dem Haus vermutet wurden, durchkämmten parallel zu den durch einen Kellerschacht begonnenen Löscharbeiten Atemschutztrupps das verrauchte Gebäude.

Während sich rasch herausstellte, dass sich die Hausbesitzerin, die zum Zeitpunkt der Explosion in ihrer Wohnung im ersten Obergeschoss aufgehalten hatte, unverletzt in Freie gerettet hatte, konnten zwei Männer im Keller des Hauses nur noch tot geborgen werden.

Viele Helfer vor Ort
Der Einsatz, der rund 100 Feuerwehrleute aus ganz St. Ingbert sowie Helfer des DRK und des THW auf den Plan rief, war in kurzer Zeit unter Kontrolle – umso tragischer seine Folgen. „Dieser Einsatz wird uns nicht als brandtechnische, sondern eher als psychologische Herausforderung in Erinnerung bleiben“, sagte Wehrführer Timo Meyer. Bei der Verarbeitung des Geschehens halfen den Einsatzkräften und Brandopfern auch drei Notfallseelsorger.

Den genauen Hergang der Explosion, die eine derartige Druckwelle entwickelte, dass sich das Dach des Hauses anhob und eine Terrassentür komplett herausflog, rekonstruierten dann am Samstag die Brandermittler der Kriminpolizeiinspektion.

Entzündliche Gase
Die Untersuchung bestätigte dabei erste Vermutungen, dass es bei dem Unglück um eine tragischen Arbeitsunfall gehandelt hat. Nach dem bisherigen Ermittlungsstand waren am Freitagabend insgesamt vier aus Polen stammende Männer in zwei Kellerräumen des Hauses Nelkenstraße 21 damit beschäftigt, eine sogenannte Salzgrotte zu bauen.

Um eine solche Grotte zu modellieren, wurde Bauschaum verwendet, der sich in mindestens 130 Kartuschen in dem Keller fand. Dieser Bauschaum strömt leicht entzündliche Gase aus, die den Monteure nach Erkenntnissen der Polizei offenbar zur Verhängnis wurden, weil der Keller nur unzureichend belüftet war und die Monteure an der Baustelle geraucht haben. Nach der Explosion ist in dem Kellerräumen zudem ein Feuer entstanden.

Identifikation erschwert
Die vier Polen im Alter von 24, 25, 27 und 35 Jahre arbeiteten für ein Subunternehmen einer auf den Salzgrottenbau spezialisierten Firma aus dem Ruhrgebiet. Die vier Monteure wohnten vorübergehend in dem Haus in der Nelkenstraße, das neben Räume für Biokosmetik und Fußpflege auch mehrere Ferienwohnungen beherbergt.

Die genaue Identität der Männer war aufgrund ihrer schweren Brandverletzungen auch gestern noch nicht geklärt. Nach Angaben der Polizei sind die beiden Überlebenden, die inzwischen in Verbrennungskliniken in Ludwigshafen beziehungsweise Offenbach behandelt werden, weiter in einem sehr kritischen Zustand.








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