L 365, Vollsperrung für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in der Ortsdurchfahrt Sitzerath, aufgrund eines liegengebliebenen Schwertransportes Für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen besteht keine Vollsperrung. (01:43)

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Externe Tourismuslotsen sollen Saar-Gastronomen beraten

Saarbrücken. Andreas Würtz öffnet die Speisekarte des Restaurants „Valuta“ und wirft einen Blick auf die erste Seite. „Schon mal ganz pfiffig“, kommentiert er. In extra großer Schrift werden Lesebrillen zum Verleih angeboten – für Besucher, die ihr Exemplar daheim vergessen haben. Würtz ist einer der beiden Tourismuslotsen für das Saarland.

Diese besuchen auf Initiative des Wirtschaftsministeriums, der IHK und von Tourismusverbänden Hotels und Restaurants, um sie zu beraten. 104 sollen es innerhalb eines Jahres werden. Das Angebot ist besonders für kleinere touristische Betriebe gedacht, die aus Zeitgründen Informationsveranstaltungen und Fortbildungen nicht nutzen können.

Die Gesamtkosten von 30 000 Euro tragen das Land und die Tourismuszentrale Saar. Ziel ist es, dass Auftritt und Qualität der Häuser noch besser werden. Würtz ist gelernter Koch sowie Hotelbetriebswirt und hat als Hotelmanager gearbeitet. Seit zwei Jahren ist er Berater beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA).

Heute besucht Würtz Thomas Schütz in Saarbrücken. Der 50- Jährige führt seit 20 Jahren das Restaurant „Valuta“, seit 32 Jahren ein Familienbetrieb. Der Teufel steckt meist im Detail. „Lobenswert ist, dass die Speisen auf der Karte auch auf Französisch gelistet sind. Ich rate aber, aus Respekt vor unseren Nachbarn die französische Übersetzung in gleich großer Schrift zu halten wie die deutsche Beschreibung“, so Würtz. Da schmunzelt Schütz. „Das ist mir nicht aufgefallen.“ Das „Valuta“ liegt genau an der Grenze. Das Haus auf der anderen Straßenseite gehört schon zu Frankreich. Das Urteil des Beraters zum Design der Speisekarte fällt positiv aus. Das Angebot ist ihm zu umfangreich. Für alle angebotenen Speisen müssten die Zutaten gelagert werden, was sich oft kaum lohne. Die Bestellungen monatlich zu überprüfen und dementsprechend einzukaufen biete das größte Potenzial für Einsparungen. Der Lotse rät zur Spezialisierung.

„Man sollte eine überschaubare Standardkarte anbieten, dazu ein saisonales Menü und eine Spezialität des Restaurants.“ Er rät zu emotionalen Formulierungen, die Tradition und Familiensinn vermitteln. „Kartoffelsuppe“ klinge nicht so schön wie „Großmutters Kartoffelsüppchen“. Es bringe nicht viel, wenn Gaststätten innen gepflegt und sauber sind, die Außenfassade aber einen neuen Anstrich benötigt. Beim „Valuta“ sieht Würtz da keine Mängel. Auch Marketing sei wichtig.

Aktuelle Informationen auf einer Internetseite seien „besonders in Zeiten von Smartphones“ essenziell. Schlechte Kritiken auf Bewertungsportalen könnten „fast tödlich“ sein. Sehr wichtig seien Sonderaktionen, wie ein kulinarischer Kalender oder auch zum Valentinstag. Im Protokoll, das jeder Wirt bekommt, steht das Fazit. So kann man gut an Kritikpunkten arbeiten.

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