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FC Homburg: Neuzugang José Sebastiao da Veiga saß knapp zwei Jahre im Gefängnis

Homburg. Lauftraining ist bei den meisten Fußballern so beliebt wie eine Zahnwurzel-Behandlung. Vor allem, wenn die Sonne bei über 30 Grad herunterknallt, während die Spieler ihre Runden drehen. Dass die Langstrecke auch für José Sebastiao da Veiga nicht zu den Lieblingsdisziplinen gehört, muss der von Idar-Oberstein zum Regionalliga-Aufsteiger FC 08 Homburg gewechselte Außenstürmer nicht erst erwähnen. Mit seinem muskulösen Oberkörper erinnert er eher an einen Hundertmeter-Sprinter als an einen Marathon-Mann.

„Das war eine harte Zeit"

Der 26-Jährige nimmt es gelassen. „Das gehört in der Vorbereitung einfach dazu“, sagt er und grinst sympathisch.  Die gute Laune hat ihren Grund, stand seine Karriere doch vor einem Jahr noch auf der Kippe. Eine Verurteilung wegen mehrerer Einbruchsdiebstähle in Kaiserslautern im Jahr 2005 brachte Sebastiao eine auf zwei Jahre und acht Monate angesetzte Haftstrafe ein, die er im Dezember 2007 antrat. „Wegen guter Führung“ wurde er im September 2009 vorzeitig aus der Haft entlassen. „Das war eine harte Zeit. Meine Tochter war noch ganz klein und meine Freundin draußen. Meine Eltern wussten auch nicht, wo ich war“, erinnert sich der Portugiese, der seine Strafe in Zweibrücken, Weiterstadt und Wöllstein absaß.



Deutsche Gefängnisse „wie im Hotel“

Sportlich hielt sich der einsitzende Fußballprofi mit Laufen und Krafttraining fit. „Wir hatten täglich eine Stunde Freizeit.  Die habe ich genutzt.“ Über den Vollzug will er sich nicht beschweren. „Ich habe viele Leute aus verschiedenen Ländern getroffen, die mir von den dortigen Bedingungen erzählt haben. Dagegen sind die deutschen Gefängnisse wie im Hotel.“ Lediglich das Essen war nicht so sein Geschmack. „Drei Mal täglich Kartoffeln – und gab es mal keine Kartoffeln, dann gab es Kartoffelbrei.“

Dazu kam eine Verurteilung durch das DFB-Sportgericht wegen „unsportlichen Verhaltens“. Ein Wettbetrüger hatte 2006 Geld für eine Spielbeeinflussung angeboten, worauf der Spieler einwilligte. Da es nie dazu kam, beließ es der DFB bei einer Geldstrafe von 8000 Euro. Sein damaliger Vertrag bei der SV Elversberg wurde aufgelöst – Zukunft ungewiss.

Heute steht er zu seiner Vergangenheit: „Ich will nach vorne schauen“

Der Fußballprofi, der vor Gericht die schlechte Bezahlung durch seinen damaligen Arbeitgeber 1. FC Kaiserslautern II als Grund für seine Taten anführte, steht heute zu seiner Vergangenheit. „Ich habe das gemacht, das gebe ich auch zu. Natürlich muss ich damit klarkommen, mit dem, was ich verdient habe. Das war eine riesige Dummheit.“ Auch vor seinen Mannschaftskollegen hat der Linksfuß klar Schiff gemacht. „Ich habe bei meiner Vorstellung der Mannschaft alles erzählt. Das ist überhaupt kein Thema mehr.“



„Homburg ist eine gute Chance für mich“, sagt Sebastiao. „Ich will nach vorne schauen“, fügt er an und schaut dabei, wie jemand, der es ernst meint.  Der nächste Schritt dabei ist der Umzug nach Homburg. „Ich wohne noch in Kaiserslautern, in der Nähe meiner Tochter. Ein Umzug bringt auch frischen Wind.“ Und wie sieht er seine Zukunft? „Ich will einfach Fußball spielen. Das ist das Einzige, was ich machen kann.“

,,Wir werden noch an der Spritzigkeit und am Zusammenspiel arbeiten müssen. Aber es war ein Vorbereitungsspiel, mehr nicht“, meinte Kaminski, der zuversichtlich in die Regionalligarunde geht. Nassim Banouas spielte in der Vierer-Abwehrkette des FC Homburg eine starke Partie. ,,Ich habe viele positive Dinge in diesem Spiel gesehen“, meinte er am Samstag. Man werde sich in den nächsten Wochen noch steigern und zunächst freue er sich erst einmal, dass es am Samstag gegen den FC Schalke 04 II endlich um Punkte geht.
mh
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