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FC Kaiserslautern befürchtet nach 0:5 keine Folgeschäden

Dortmund. Zwei Fahrräder stoßen zusammen. Aus einer Einkaufstüte fallen Joghurtbecher zu Boden und platzen auf, Milch fließt über den Asphalt. „Es gibt nichts zu sehen, gehen sie weiter“, ruft der Unfallverursacher Passanten zu, weil ihm die Sache peinlich ist. Es sei nichts Schlimmes passiert, es werde bestimmt nicht wieder vorkommen. Das Verhaltensmuster des Radfahrers übernahm am Mittwochabend Fußball-Bundesligist 1. FC Kaiserslautern. Er war gerade mit einem 0:5 von Borussia Dortmund nach Hause geschickt worden. „Eine schöne Keule“, sagte Trainer Marco Kurz. Vorstandschef Stefan Kuntz sprach von einer „richtigen Klatsche“.

Aber es gab nichts zu sehen, was den Pfälzern für den weiteren Verlauf der Saison Sorgen bereiten würde. „Die Reaktion wird am Sonntag kommen, da kenne ich unsere Mannschaft“, blickte Kuntz auf die Partie gegen Hannover 96 (17.30 Uhr) voraus. „Ich glaube nicht, dass so etwas wie heute oft vorkommen wird“, sagte Mittelfeldspieler Christian Tiffert.

Für die Theorie eines Ausrutschers sprach die erste halbe Stunde, in der der FCK gut mitgehalten und die Chance zur Führung hatte. Mit dem 0:1 durch Lucas Barrios (31. Minute) begann dann aber ein Prozess des schwindenden Selbstvertrauens, der verloren gehenden Ordnung und der geringer werdenden Bereitschaft, sich den Druckwellen der BVB-Offensive zu stellen. „Die zweite Halbzeit war eine komplette Lehrstunde für uns“, gab Kurz zu. Mats Hummels (65.), Robert Lewandowski (75.) und Barrios (88.) schossen die Borussia zum Kantersieg, vor der Pause (38.) hatte Kevin Großkreutz zum 2:0 getroffen.



Die Dortmunder sind in einer überragenden Verfassung, sie knüpften nach einer halben Stunde an die Leistung des Revierderbys in Schalke an (3:1) und begeisterten ihre Fans unter 70 100 Zuschauern, die im Überschwang von der Meisterschaft sangen. Es ist (fast) nichts passiert, machen wir da weiter, wo wir beim 2:2 gegen 1899 Hoffenheim aufgehört haben. Das ist dagegen die Idealvorstellung des FCK, und es mag funktionieren. Aber es gilt auch, Warnsignale ernst zu nehmen. Es war eben nicht so, wie Tiffert es formulierte, dass Dortmund „aus fünf Chancen fünf Tore gemacht“ hätte. Mindestens drei weitere prächtige Chancen vergaben die Borussen, die den Aufsteiger in der zweiten Halbzeit vorführten.

Nuri Sahin und Shinji Kagawa fanden im Mittelfeld stets Lücken, um in gefährliche Räume vorzustoßen oder Mitspieler zu bedienen. „Wir sind nach dem 0:1 total aus dem Tritt gekommen, da haben die Abstände zwischen unseren Reihen nicht mehr gestimmt“, sagte Martin Amedick. Der Verteidiger analysierte schonungslos: „Wir müssen uns auch vorwerfen, dass der Gegner aggressiver und williger war.“ Der Kapitän fand das richtige Maß. Er sprach Fehler an, ohne zu dramatisieren und Folgeschäden zu befürchten. Bei ihm als Ex-Dortmunder kam auch nicht in Frage, was Kurz als Ursache für den Leistungseinbruch während der Partie gemacht hatte: „Für viele war es das erste Mal, vor solch einer Wahnsinnskulisse zu spielen.“
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